Die SWU freuen sich über ein erfolgreiches Jahr, werfen aber auch einen skeptischen Blick auf das jetztige.

Die SWU freuen sich über ein erfolgreiches Jahr, werfen aber auch einen skeptischen Blick auf das jetztige.

Bild: © SWU

Blaustein, eine Stadt mit fast 17.000 Einwohnern in Baden-Württemberg, bekommt seine eigene Stadtwerke GmbH. Vor Kurzem hatte der Gemeinderat der Stadt einem entsprechenden Gesellschaftervertrag zugestimmt.

Am Freitag wurde die Gesellschaft formal gegründet. Im Dezember soll der Eintrag ins Handelsregister erfolgen. Anfang 2021 sollen die operativen Geschäfte beginnen.

Räumliche Nähe

Die Stadtwerke sind ein Produkt aus Blausteiner und Ulmer Zusammenarbeit. Schon zuvor hätten beide Städte aufgrund ihrer räumlichen Nähe (die Orte grenzen aneinander) gute nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Jetzt rücken auch ihre Kommunalunternehmen zusammen.

Bislang agierten die Blausteiner Versorgungsbetriebe, vornehmlich zuständig für Trinkwasser und den Bäderbetrieb, und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU), die die Kommune etwa mit Strom versorgten, unabhängig voneinander. Das soll sich ändern.

Ein Ziel: Minderung der Steuerlast

Künftig agieren die Sparten Energie, Trinkwasser und Bäderbetrieb in einem steuerlichen Querverbund. Dadurch ließen sich Gewinne, insbesondere aus der Trinkwasser- und Stromversorgung, und Verluste, insbesondere durch das Bad Blau, miteinander verrechnen, erklärt die Stadt Blaustein. Das mindere die Steuerlast.

Zudem erhofft sich die Kommune Synergieeffekte, etwa in der Elektromobilität und in der Breitbandversorgung. "Den Schlüssel dazu liefern die SWU, die innerhalb der Partnerschaft eine ganze Palette von Dienstleistungen anbieten", erklärt Blausteins Bürgermeister Thomas Kayser.

SW Blaustein will Badmitarbeiter übernehmen

Zum 1. Januar 2021 wollen die Stadtwerke Blaustein die Trinkwasserkunden aus dem früheren Eigenbetrieb übernehmen. Die vertraglichen Konditionen sollen gleich bleiben. Die Kunden sollen noch im Dezember brieflich über ihre neuen Ansprechpartner und über alles Wissenswerte rund um den Vertragsübergang benachrichtigt werden.

Die Stadtwerke Blaustein wollen nach eigenen Angaben die etwa 30 Mitarbeiter von Bad Blau übernehmen. Die Personalüberleitung ändere am Status der Beschäftigten nichts, heißt es.

Strompreis soll unverändert bleiben

Die SWU-Tochter SWU Energie wiederum will die dem Gebiet Blaustein zugeordneten Stromkundenverträge im Laufe des ersten Halbjahrs 2021 auf die Stadtwerke Blaustein übertragen. Dies geschehe automatisch, teilt sie mit. Strompreis und Bezugskonditionen würden unverändert fortgelten.

"Daseinsvorsorge sichern, die Energiewende vor Ort organisieren, dazu noch die Verkehrswende: Das ist unser Credo, und es lässt sich unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach am besten verwirklichen", sagt SWU-Chef Klaus Eder.

Vermögen von jeweils 4,6 Mio.

Die Stadtwerke Blaustein gehören zu jeweils 50 Prozent der Stadt und der SWU Energie. Das 50:50-Verhältnis folgt dem Modell der seit Jahren bestehenden SWU-Beteiligungen in anderen nahe gelegenen Städten wie Herbrechtingen und Niederstotzingen. Beide Partner bringen ein Vermögen von jeweils 4,6 Millionen Euro in die Gesellschaft ein. (ab)

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