Neben den Bereichen Energiewirtschaft, Telekommunikation und Versorgungsinfrastruktur zählen Mobilitäts- und Entsorgungsdienstleister zum Kundenkreis der beiden.

Neben den Bereichen Energiewirtschaft, Telekommunikation und Versorgungsinfrastruktur zählen Mobilitäts- und Entsorgungsdienstleister zum Kundenkreis der beiden.

Bild: © TSUNG-LIN WU/AdobeStock

Von Pauline Faust

Die Energieversorgung Limburg (EVL) soll die Stadtwerke Diez kaufen. Die Stadt Diez würde dafür Anteile an dem neuen Unternehmen erhalten und hat sich bereits für die Verschmelzung ausgesprochen. In Limburg empfiehlt nun der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung zuzustimmen, das teilte die Stadt Limburg mit.

Diez liegt nur wenige Kilometer westlich vom hessischen Limburg, allerdings in Rheinland-Pfalz.

"Das ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, um sich als lokale Energieversorger in einem sich verändernden Umfeld behaupten zu können", erklärt der Limburger Bürgermeister Marius Hahn (SPD) als Aufsichtsratsvorsitzender der EVL.

"Gerade in der jüngsten Vergangenheit ist es für die kleinen regionalen Versorger immer schwieriger geworden, sich aufgrund von Regulierung, Energiewende und -beschaffung sowie Arbeitskräftemangel und weiteren Rahmenbedingungen konkurrenzfähig zu halten", sagt auch die Diezer Stadtbürgermeisterin Annette Wick (SPD). Die Verschmelzung mit der EVL sei für das Unternehmen mit elf Mitarbeitenden eine Chance, auch künftig als lokaler Versorger aktiv zu sein. Die Stadtwerke Diez hätten daher mit Beginn des Jahres 2024 aktiv nach einem Partner gesucht und sich für die EVL entschieden. Beide Unternehmen zusammen versorgen rund 37.000 Vertriebskunden mit Strom und Gas, die Stadtwerke rund 7700 und die EVL rund 29.150.

Lokale Kooperation soll weiter ausgebaut werden

Die Ziele nach der Verschmelzung seien eine Unterstützung der Energiewende und Wandel zu einer klimafreundlichen, ressourcenschonenden und nachhaltigen Energieversorgung, Erhalt des Einflusses der beiden Städte, sowie die Erweiterung zu einer regionalen Kooperation. Ein wichtiges Ziel sei auch die Erwirtschaftung einer angemessenen Rendite auf das von allen Partnern eingesetzte Kapital. Für die Beschäftigten der Stadtwerke stelle die Verschmelzung einen Betriebsübergang dar, die EVL tritt in die Rechte und Pflichten der bestehenden Arbeitsverhältnisse ein.

Diez würde Anteilseigner mit 14 Prozent

Der künftige Geschäftsanteil von etwas mehr als 14 Prozent würde der Stadt Diez dann zwei Aufsichtsratsmandate einbringen, wobei der bestehende Aufsichtsrat der EVL um zwei Mitglieder von zehn auf zwölf erweitert wird. Im Aufsichtsrat vertreten sind dann neben den beiden Kommunen auch die Thüga (Anteil von etwas mehr als 25 Prozent) und die Süwag (Anteil von zehn Prozent).

Der Bürgermeister der Stadt Limburg bleibt bei einer Verschmelzung auch weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender der EVL, die Stadt Diez stellt den zweiten stellvertretenden Vorsitzenden. Durch die Umstrukturierung verlieren die bisherigen EVL-Eigner Anteile, die Stadt Limburg ist bisher mit 60 Prozent dabei und künftig mit etwas mehr als 50 Prozent.

Zwei unterschiedliche Unternehmen

Die beiden lokalen Energieversorger bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Der EVL ist im Vorfeld durch Gutachten ein Unternehmenswert von 77,8 Millionen Euro attestiert worden, den Stadtwerken Diez ein Wert von 13,2 Millionen Euro. Die Stadtwerke verfügen über elf Mitarbeitende und versorgen mit Strom und Gas. Die EVL hat 98 Beschäftigte und versorgt mit Gas, Strom, Wasser und Wärme.

Seit Februar vergangenen Jahres habe es konkrete Gespräche zwischen der Geschäftsführung der EVL und der Stadt Diez gegeben, in die der Aufsichtsratsvorsitzende der EVL und die Fachabteilungen der Thüga eingebunden waren, so die EVL.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Diez hatte sich am 14. November vergangenen Jahres für die Annahme des Angebots der EVL entschieden. Der Aufsichtsrat der EVL hat der Verschmelzung am 24. März 2025 einstimmig zugestimmt, die Zustimmung des Magistrats der Stadt Limburg folgte am 6. Mai und nun ist die Stadtverordnetenversammlung am 26. Mai am Zug.

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