Aurélie Alemany ist seit 2024 Vorstandsvorsitzende der Enercity aus Hannover

Aurélie Alemany ist seit 2024 Vorstandsvorsitzende der Enercity aus Hannover

Bild: © enercity

Die Enercity aus Hannover und die Thüga aus München wollen ihre gegenseitigen Beteiligungen entflechten. Ziel sei die strategische Ausrichtung beider Unternehmen klarer zu profilieren und die finanzielle Handlungsfähigkeit zu stärken. Die Ankündigung bestätigt damit Entwicklungen, die bereits seit dem vergangenen Jahr Gegenstand intensiver Gespräche waren.

Die bisherige Struktur ist durch eine enge Verflechtung gekennzeichnet: Enercity hält 20,5 Prozent an der Thüga, die Thüga wiederum 24 Prozent an Enercity. Mehrheitseignerin der Enercity ist mit knapp 76 Prozent die Landeshauptstadt Hannover. Diese Überkreuzbeteiligung war immer wieder als erklärungsbedürftig beschrieben worden – nicht zuletzt vor dem Hintergrund unterschiedlicher strategischer Schwerpunkte.

Lösung innerhalb des Gesellschafterkreises

Bereits vor rund sechs Monaten hatte Enercity Gespräche über einen Verkauf seiner Thüga-Anteile geführt. Damals war aus gut informierten Kreisen zu hören, dass eine interne Lösung innerhalb des bestehenden Gesellschafterkreises bevorzugt werde, um die gewachsenen Mitbestimmungs- und Stimmrechtsstrukturen der Thüga-Gruppe nicht zu gefährden. Zugleich galt ein Einstieg externer Investoren als sensibel, da er die Balance innerhalb der kommunal geprägten Holding hätte verschieben können.

Nun liegt ein konkreter Pfad auf dem Tisch: Der bislang von Enercity gehaltene Thüga-Anteil soll auf die übrigen Gesellschafter übergehen. Damit soll die Kontinuität im Gesellschafterkreis gesichert werden. Der Anteil, den Thüga an Enercity hält, soll vorerst an die Landeshauptstadt Hannover übergehen. Beide Unternehmen betonen, dass sie sich auch nach der Entflechtung – jeweils in unterschiedlichen Rollen – gemeinsam für kommunale energiewirtschaftliche Interessen einsetzen wollen.

Zu Preisen, Bewertungsfragen oder zum zeitlichen Ablauf äußern sich die Beteiligten nicht. Über diese Punkte wurde Stillschweigen vereinbart. Die Vereinbarung steht zudem unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien sowie der erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

Enercity-Chefin Aurélie Alemany bezeichnete die Entflechtung als konsequente Fortsetzung der strategischen Weiterentwicklung ihres Unternehmens. Enercity wolle die Energie- und Wärmewende für Hannover und den Norden weiter vorantreiben und zugleich die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen – etwa durch kontinuierliche Investitionen und eine klare strategische Fokussierung.

Auch bei der Thüga wird der Schritt mit einer stärkeren Profilierung begründet. Vorstandsvorsitzender Constantin H. Alsheimer erklärte, eine klarere Gesellschafterstruktur stärke die finanzielle Handlungsfähigkeit der Thüga und bilde die Grundlage für weiteres Wachstum. Vor dem Hintergrund anstehender Investitionen in die Energiewende gelte finanzielle Flexibilität in der Gruppe als zentraler Faktor. Die Thüga-Gesellschafterstruktur geht auf den Verkauf des Unternehmens im Jahr 2009 zurück, als Eon die Holding an kommunale und regionale Energieversorger veräußerte.

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