Marktpartnerschaften zwischen Energieversorgern, Industrie und Fachhandwerk haben auch für viele Stadtwerke eine strategisch wichtige Bedeutung. Die Einbindung von Marktpartnern in eigene Produkte ist dabei die meist verbreitete Kooperationsform. Das zeigt eine Umfrage des Verbands BDEW und des Marktpartnerverbands HEA-Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V.
Die befragten Unternehmen gaben an, dass sie besonders häufig mit Handwerksbetrieben kooperieren. Neben weiteren klassischen Mitgliedern einer Marktpartnerschaft wie Geräteherstellern sowie Groß- und Einzelhandelsunternehmen etc. wurden beispielsweise auch Forschungsinstitute, Schulungsstätten und Kommunen als Kooperationspartner genannt.
Regionalität und Kundenansprache stehen im Fokus
46 Prozent der befragten Unternehmen kooperieren im Rahmen einer festen Organisationsform wie einer Energiegemeinschaft. Die fünf wichtigsten Themen der Energiegemeinschaften sind BHKW, PV, Energiespeicher/Eigenstrom, Lösungen im Verkehrssektor, E-Mobilität und Messwesen.
In Vorbereitung befindliche Themen sind laut der Studie insbesondere Projekte in den Bereichen Messwesen, Smart Home und Smart City. Besonders im Fokus stünden Regionalität und die Ansprache gemeinsamer Kunden.
Viele binden Marktpartner in ihre Produkte ein
Auch das Ausschöpfen unterschiedlicher Kompetenzen, das Zusammenführen unterschiedlicher Interessen und die Steigerung der Qualität der angebotenen Dienstleistungen bildeten einen Schwerpunkt der Energiegemeinschaften. Insgesamt 86 Prozent der befragten Unternehmen, die Marktpartner in ihre Produkte einbinden, machen das im Rahmen von Energiedienstleistungen.
Diese Art der Kooperation sei bei mittleren und großen Unternehmen häufiger vertreten als bei kleinen Unternehmen. Letztere würden ihre Partner hingegen oft anderweitig produktspezifisch und in losen Kooperationen in ihre Aktivitäten einbinden.
Contracting als Dienstleistung am verbreitetesten
Unter den Dienstleistungen, die in Kooperation mit Marktpartnern angeboten werden, ist Contracting am weitesten verbreitet. Besonders die mittleren Unternehmen, die sich an der Erhebung beteiligt haben, kooperieren häufig im Rahmen von gemeinsamen Contracting-Produkten mit Marktpartnern.
Große, mittlere und kleine Unternehmen binden ihre Marktpartner hingegen besonders oft in Dienstleistungen wie Energieberatung, Energieausweise und Energie-Audits ein.
Unter den Contracting-Modellen, die in Kooperation mit Marktpartnern angeboten werden, ist das Energielieferungs- bzw. Anlagen-Contracting mit 91 Prozent das am weitesten verbreitete Modell. Dabei sind Wärmeanlagen mit 95 Prozent die mit Abstand am häufigsten im Rahmen von Contracting vermarktete technische Lösung.
Partnerschaften mit Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektro-Handwerk
16 Prozent der Unternehmen gaben an, weitere nicht abgefragte technische Lösungen im Rahmen von Contracting anzubieten. Der Vertrieb von Ladesäulen wurde dabei mehrfach als Beispiel genannt. Kältemaschinen und Windkraftanlagen wurden in diesem Zusammenhang ebenfalls angegeben
Für die Bereitstellung eines Dienstleistungsangebotes gehen knapp zwei Drittel der Energieunternehmen, die mit ihren Marktpartnern Contracting-Lösungen anbieten, Partnerschaften mit dem Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik- und dem Elektro- Handwerk ein. Circa jeweils ein Drittel kooperiert dazu auch mit Architekten, Planern und Ingenieurbüros sowie der geräteherstellenden Industrie.
Weitere Einsatzbereiche sind Kirchen und Wohnungswirtschaft
Als weitere Partner für ihr Dienstleistungsangebot nannten Unternehmen auch Infrastrukturdienstleister, den TÜV und Messstellendienstleister. Unter „sonstige Handwerker“ wurden Solarteure und Tiefbauer genannt.
Die angebotenen Dienstleistungen kommen gleichermaßen bei Industrie- und Gewerbetreibenden, in Wohngebäuden und Kommunen zum Einsatz. Als weitere Einsatzbereiche wurden unter anderem Kirchen und die Wohnungswirtschaft genannt. (hoe)



