Und das größte Stadtwerk nach Beschäftigten ist... Köln. Wie beim Umsatz bleiben die Domstädter auch bei der Anzahl der Mitarbeitenden Stadtwerke-Spitzenreiter in Deutschland. Das ergibt eine neue ZFK-Auswertung, die auf Berichten zum Geschäftsjahr 2024 fußt. Die Kölner führten schon im Vorjahr das ZFK-Ranking der Stadtwerke mit mindestens 1000 Beschäftigten an.
Bei den betrachteten Stadtwerken waren 2024 insgesamt knapp 119.000 Mitarbeitende angestellt – also genug, um eine Großstadt zu bevölkern. Insgesamt waren bei den insgesamt 36 Stadtwerken über 5000 Menschen mehr beschäftigt als im Vorjahr.
Bei den Top 10 hat sich im Vergleich zu 2023 an zwei Stellen etwas bewegt. Die Dresdener Sachsenenergie verdrängte den Dortmunder DSW21-Konzern von Platz acht.
Neu auf Rang zehn ist Hannovers Enercity. Im Vorjahr waren noch die Wuppertaler Stadtwerke unter den Top 10 gewesen. (Beim Herunterscrollen finden Sie zuerst das Top-10-Ranking und ganz unten das komplette Ranking.)
Die Zahlen zeigen weitere interessante Entwicklungen: Fast alle untersuchten Stadtwerke verzeichneten Personalzuwächse – doch unterschiedlich stark.
Spitzenreiter mit geringem Zuwachs
Die Stadtwerke Köln haben zwar mit Abstand die meisten Mitarbeitenden, sind aber im Vergleich zum Zweitplatzierten weniger stark gewachsen: Die Stadtwerke München verzeichneten einen Personalzuwachs von sieben Prozent. In Köln waren es zwei Prozent.
Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Auszubildenden: Während die Stadtwerke Köln rund zwei Prozent mehr Auszubildende als im Vorjahr einstellten, kamen die Oberbayern auf einen Azubi-Zuwachs von rund vier Prozent.
Laut Geschäftsbericht arbeiteten die meisten Beschäftigten der Stadtwerke Köln bei den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB). Sowohl im öffentlichen Personennahverkehr als auch in den Bereichen Energie und Wasser sowie bei der Abfallentsorgung und -verwertung gab es Personalzuwächse. Einen Rückgang verzeichneten die Sektoren Hafenumschlag und Güterverkehr, Telekommunikation und Liegenschaften.
Auch die Stadtwerke München beschäftigten einen Großteil ihrer Angestellten im Bereich Mobilität: Mit 5048 Mitarbeitenden machten diese einen Beschäftigtenanteil von 43,5 Prozent aus. Wie die Münchner Stadtwerke in ihrem Geschäftsbericht betonen, versuchen sie auch in diesem Bereich aktiv dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken: Sie heuerten beispielsweise Studierende als Busfahrer:innen an oder suchten in Ländern wie Spanien, Albanien und Bosnien-Herzegowina nach geeigneten Fachkräften.
Kleineres Stadtwerk vergrößert sich am stärksten
Die größte prozentuale Zunahme von Beschäftigten verbuchte die Stawag in Aachen: 2024 hatte das Unternehmen 14 Prozent mehr Angestellte als im Vorjahr.
Die Stawag verweist in ihrem Geschäftsbericht darauf, dass sie die Aktivitäten zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften weiter ausgebaut habe. Sie zeige mehr Präsenz auf relevanten Messen und habe Stipendienprogramme sowie optimierte Pre- und Onboarding-Prozesse eingesetzt.
Das Unternehmen setze zwar stärker auf junge Talente. Derzeit liege das Durchschnittsalter bei 46 Jahren, bei geringer Fluktuation und einer Betriebszugehörigkeit von knapp acht Jahren im Mittel. Freiwerdende Stellen will die Stawag angesichts des demografischen Wandels möglichst mit vorhandenen Mitarbeitenden nachbesetzen.
Mit 13,1 Prozent hat Enercity aus Hannover ihren Personalbestand am zweitstärksten ausgebaut. Die mehr als 400 zusätzlichen Kolleg:innen seien entweder als Neueinstellungen oder auch durch den Erwerb von Konzerngesellschaften dazugekommen, gibt das Unternehmen in seinem Geschäftsbericht an.
Das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden sei zudem auf 44,9 Jahre gesunken. Im Vorjahr lag es bei 46,2 Jahren. Der Konzern wertet diese Verjüngung als erfreuliche Entwicklung.
Welche Stadtwerke bei Neueinstellungen zögerten
Die Mönchengladbacher NEW-Gruppe meldete im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 unverändert rund 2200 Mitarbeitende. Den geringsten prozentualen Zuwachs verzeichneten die Stadtwerke Karlsruhe. Sie hatten 2024 drei Mitarbeitende mehr als im Vorjahr und einen Auszubildenden weniger als 2023.
Bei den Stadtwerken Erfurt wuchs die Belegschaft um 1,3 Prozent. Die Stadtwerke Frankfurt am Main legten ihrerseits um zwei Prozent zu. In absoluten Zahlen liegen die Frankfurter weiterhin auf Platz drei des ZFK-Rankings.
Methodik und Hinweise
Die ZFK-Zahlen sind ohne Gewähr. Sie vermissen ein Stadtwerk mit mindestens 1000 Beschäftigten? Sie haben Ergänzungs-, Korrektur- oder sonstige Änderungsvorschläge? Dann richten Sie Ihre E-Mails gerne an unsere Redaktionsadresse oder an unsere Autorin Julia Simmons.
Noch zwei Hinweise: Als Basis dienten Belegschaftszahlen aus den Geschäftsberichten 2024 und 2023. Auszubildende wurden als Teil der Stammbelegschaft gewertet. In manchen Fällen gaben die Unternehmen durchschnittliche Mitarbeiterzahlen an, in anderen die Belegschaftsgröße zum Jahresabschluss.
Grundsätzlich sind Stadtwerke mehrheitlich oder vollständig Eigentum ihrer Kommunen. In unserem Ranking sind aber auch Unternehmen wie die Bremer SWB (frühere Stadtwerke Bremen, jetzt hundertprozentige Tochter von EWE), die Stadtwerke Düsseldorf (EnBW ist Mehrheitsanteilseigner) oder die Braunschweiger BS Energy (der Entsorger Veolia ist Mehrheitsanteilseigner) zu finden, bei denen das nicht gilt. Wir haben uns dafür entschieden, diese Unternehmen zu listen, weil sie eine Stadtwerkevergangenheit haben, klar einer Stadt zuzuordnen sind und klassische Stadtwerkeaufgaben erfüllen.



