Das Geschäftsjahr 2020 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen für den Darmstädter Energiedienstleister Entega. Da war die Corona-Pandemie, die gerade im ersten Halbjahr teils deutlich geringere Energieverbräuche bei Großkunden zur Folge hatte und Handel und Beschaffung vor große Probleme stellte.
Zudem machten niedrige Strompreise weiterhin dem Gasturbinenkraftwerk Darmstadt und dem im Oktober 2020 wieder hochgefahrenen Gemeinschaftskraftwerk Irsching zu schaffen. Ein Rekordjahr legte dagegen der Offshore-Windpark Global Tech I hin, an dem die Entega mit rund einem Viertel beteiligt ist.
Ebit und Jahresüberschuss leicht rückläufig
In Summe zeigte sich Entega-Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Wolff auf der Jahreshauptversammlung mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden.
Das Ergebnis des Konzerns vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 80,8 Mio. Euro und war damit nur geringfügig schlechter als im Vorjahr (81,1 Mio.). Der Jahresüberschuss lag bei 28,3 Mio. Euro (Vorjahr: 28,6 Mio. Euro), der Umsatz bei 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,9 Mrd. Euro).
Gasabsatz steigt deutlich
Trotz pandemiebedingter Minderabnahmen ging auch der Stromabsatz nur leicht von 11,9 Mrd. auf 11,0 Mrd. kWh zurück. Den Gasabsatz steigerte das Unternehmen aufgrund eines Zuwachses im Kundenbestand sogar um 16 Prozent auf 6,2 Mrd. kWh.
Insgesamt ging die Zahl der Kunden nach ZfK-Informationen deutlich nach oben und bewegt sich nun bei etwa 800.000.
Wichtiger Baustein Bündelprodukt
Als Wachstumsmarkt sieht die Entega weiterhin das Thema Telekommunikation. "Wir werden bis Ende 2021 50.000 Kundinnen und Kunden im Glasfasernetz der Entega Medianet beliefern", sagte Wolff. "Im Rahmen unserer begonnenen Glasfaser-Ausbaustrategie in der Region wird sich diese Zahl bis 2025 noch einmal auf 100.000 verdoppeln."
Als wichtiger Baustein gilt dabei die "Entega Zuhause-Flat", ein Bündelprodukt aus Ökostrom, Internet und Telefon. Ende Mai zählte das Unternehmen knapp 30.000 Bündel-Kunden. Bis Ende des Jahres soll die Zahl um ein weiteres Drittel wachsen. (Die ZfK berichtete.)
Kein neuer Windpark in 2020
Gemischt fiel die Bilanz im Erneuerbaren-Geschäft aus. Als besonders ertragreich erwies sich der Offshore-Windpark Global Tech I. Im vergangenen Jahr habe dieser 1,2 TWh Strom produziert und Einnahmen in Höhe von 286 Mio. Euro erzielt, berichtete Wolff – ein neuer Rekord.
Wie im Vorjahr konnte die Entega dagegen auch 2020 keinen neuen Windpark errichten. Ausgebaut werden die bestehenden Windparks Hausfirste II und Haige II.
Fokus auf Solarparks
Zudem nimmt das Unternehmen an einer Windparkausschreibung im baden-württembergischen Eberbach teil. Mindestens drei Windkraftanlagen mit einer Leistung von je 3,5 MW wollen die Darmstädter dort errichten.
Stark ausbauen will die Entega ihr Photovoltaik-Portfolio. Der Solarpark in Leiwen bei Trier (3,6 MWp) soll um 15 MWp erweitert werden. Zudem sind in der Region rund um Darmstadt drei weitere Solarparks mit einer Spitzenleistung von insgesamt 18 MWp geplant.
Neubau des Müllheizkraftwerks Wiesbaden
Um erneuerbare Grundlast voranzutreiben, beteiligt sich die Entega ferner am Neubau des Müllheizkraftwerkes Wiesbaden. Die entsprechende Genehmigung hätten die Projektverantwortlichen vergangene Woche erhalten, berichtete Wolff. Der Baubeginn werde für diesen Spätsommer angestrebt.
Zuversichtlich gab sich die Entega-Chefin für dieses Jahr. Bereits im ersten Quartal sei das Unternehmen etwa beim Ebit trotz andauernder Corona-Einschränkungen mit 28,4 Mio. Euro über Plan gelegen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 23,7 Mio. Euro gewesen. (ab)



