Blick auf die SWM-Zentrale in München.

Blick auf die SWM-Zentrale in München.

Bild: © Marcus Schlaf/SWM

Der Wettbewerbsdruck steigt auf Deutschlands gängigen Vergleichsportalen. Das gilt insbesondere für den Strommarkt.

Am Montagnachmittag listete das Portal Check 24 bei einer Recherche ohne Änderung der Grundeinstellungen für die bayerische Landeshauptstadt München 57 Stromangebote.

Stadtwerke München zurück

Dabei war auch wieder der lokale Platzhirsch Stadtwerke München, der unter die staatliche Preisbremse ging und 38 Cent pro kWh Strom bot – samt Neukundenbonus von 48 Euro. Damit landete der Kommunalkonzern bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 2000 kWh jedoch lediglich auf Rang 29.

Das größte Stadtwerk Deutschlands war Stand Montagnachmittag auch in Check-24-Rankings anderer Großstädte gelistet. So bot der Kommunalversorger beispielsweise in Köln 36 Cent, in Berlin 41 Cent und in Hamburg 42 Cent pro kWh. Vergleichbare Angebote waren auf der Check-24-Konkurrenzplattform Verivox zu finden.

Elektrizität Berlin preislich flexibel

Doch zurück zum Versorgungsgebiet München: Dort tummelten sich neben dem auf Wachstum setzenden Regionalversorger NEW (34 Cent pro kWh) und dem schwedischen Konzern Vattenfall (35 Cent pro kWh) vor allem sogenannte Discounteranbieter wie Spar-Fuxx (32 Cent pro kWh), Grünwelt Energie (33 Cent pro kWh) und Grüner Funke (34 Cent pro kWh).

Preislich flexibel zeigte sich einmal mehr der Privatanbieter Elektrizität Berlin: Wer einen Jahresverbrauch von 1500 kWh angab, erhielt ein Angebot von 35 Cent pro kWh Strom. Wer dagegen 2000 kWh pro Jahr verbraucht, der wurde mit 33 Cent pro kWh umworben.

Mehrheit der Anbieter unter Preisbremse

Und wer gar einen Jahresverbrauch von 5000 kWh als Basis nahm, der konnte sich über einen angebotenen Arbeitspreis von 29 Cent pro kWh freuen. Dafür fiel der Grundpreis vergleichsweise hoch aus: Hier verlangte das Unternehmen 360 Euro pro Jahr.

Preise unterhalb des staatlichen Bremsenniveaus werden auf den Vergleichsportalen zunehmend zum Standard: 45 der 57 Check-24-Angebote in München (Jahresverbrauch 2000 kWh) blieben unterhalb der 40-Cent-Schwelle, acht sogar unterhalb der 35-Cent-Marke.

E wie einfach mit Gratis-Grundpreis

Unter der Preisbremse boten große kommunale Versorger wie die Darmstädter Entega und Hagens Mark-E (beide 36 Cent pro kWh) genauso wie Deutschlands Marktführer Eon (39 Cent pro kWh).

Weit über dem Preisbremsenniveau lag beispielsweise die Eon-Tochter E wie einfach (48 Cent pro kWh), die sich jedoch dank Gratis-Grundpreis im Ranking nach vorne schob. Letzter war die Marke Lünestrom mit einem Kilowattstundenpreis von 85 Cent.

Kluft zu Grundversorgung

Die Kluft zwischen Neukunden- und Grundversorgungspreis hat sich durch den Abwärtstrend auf den Portalen in den vergangenen Tagen vielerorts weiter vergrößert. Zwar gibt es nach wie vor eine Reihe von Grundversorgern, deren Preise sich nahe oder teils deutlich unterhalb der 40-Cent-Marke befinden. Ein großer Teil aber liegt darüber.

In München etwa kostet die Kilowattstunde Strom ohne Berücksichtigung der Preisbremse derzeit 62 Cent pro kWh. Die Stadtwerke haben bereits angekündigt, im April um zehn Cent pro kWh herunterzugehen. Zudem haben manche größere Grundversorger wie Eon, Badenova und die Stadtwerke Bonn jüngst angekündigt, im Frühjahr ihre Preise erhöhen zu müssen – auf jeweils mehr als 40 Cent pro kWh. (aba)

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