Trotz Energiemarktkrise und den Verwerfungen an den Energiemärkten hat die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) sich im vergangenen Jahr gut behauptet. Der mehrheitliche kommunale Teilkonzern wird das Geschäftsjahr 2022 mit einem voraussichtlichen operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 92,9 Mio. Euro (2021: 85 Mio.).
Das vorläufige Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) liege bei 71,2 Mio. Euro und damit deutlich über Plan, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die zuverlässige Versorgung unserer Kund*innen hatte für uns zu jeder Zeit oberste Priorität. Wir mussten uns auf eine drohende Energiemangellage vorbereiten und zeitgleich die Energiebeschaffung sicherstellen“, erklärte Heike Heim, die scheidende Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung.
Sie vor einigen Wochen bekannt wurde, wird sie Nachfolgerin von Guntram Pehlke und übernimmt zum Juni den Vorstandsvorsitz des gesamten Dortmunder Stadtwerkekonzerns, sprich der DSW21 AG (einen separaten Artikel zur Bilanz der DSW21 finden Sie hier).
Höhere Ergebnisse der Windkraftgesellschaften
Zum Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr trugen laut eigenen Angaben auch eine solide operative Performance des Vertriebs- und Handelsgeschäfts bei. Das Ergebnis der Einzelgesellschaft DEW21 GmbH in Höhe von 54,8 Mio. Euro habe ebenfalls die Erwartungen übertroffen, heißt, ebenso die vorläufigen Zahlen der Donetz GmbH mit 36,6 Mio. Euro. Neben Sondereffekten trugen dazu auch deutlich höhere Ergebnisse der Windkraftgesellschaften bei. Die voraussichtlichen Umsatzerlöse des Teilkonzerns liegen bei rund 1,19 Mrd. Euro (2021: 882,1 Mio.).
„Unsere Mannschaft war mit ihrem herausragenden Engagement ein entscheidender Faktor dafür, dass wir das Krisenjahr 2022 erfolgreich meistern konnten“, bedankte sich Heike Heim bei allen DEW21-Mitarbeiter*innen. „Ich bin davon überzeugt, dass DEW21 mit diesem hochmotivierten Team und dank einer soliden Unternehmensstrategie für die kommenden Jahre gut aufgestellt ist.“
Heim: "Wir erwarten eher wieder steigende Beschaffungspreise"
Das gute Jahresergebnis stelle für DEW21 auch eine Absicherung für das aktuelle Jahr dar, denn die Energiekrise sei noch nicht überstanden. „Mit Blick nach vorne erwarten wir eher wieder tendenziell steigende Beschaffungspreise“, so Heike Heim.
Im laufenden Jahr geht die DEW21-Chefin davon aus, die Preise für die Kundinnen und Kunden stabil halten zu können. Dabei profitiere man von einer langfristigen Beschaffungsstrategie, mit Hilfe derer Energiemengen bereits ein bis drei Jahre im Voraus beschafft werden. Die Preisbremsen habe man in einem „gemeinsamen Kraftakt“ mit IT-Dienstleistern und Softwareherstellern fristgerecht umsetzen können.
Fernwärmeausbau geht weiter
Trotz der Herausforderungen der Energiekrise hält DEW21 weiterhin am Ziel fest, bis 2035 klimaneutral zu werden. Wichtige Bausteine auf dem Weg dahin waren für das Unternehmen der Erwerb Photovoltaik-Parks mit 3 MW Leistung im rheinland-pfälzischen Einöllen. Seit Herbst 2022 liege zudem die Genehmigung für einen neuen DEW21-Windpark in Niedersachsen vor. Ende 2022 wurde außerdemder Umbau der klimafreundlichen Wärmeversorgung in der Dortmunder Innenstadt nahezu abgeschlossen. Mit der Ablösung der gasbasierten Wärme durch industrielle Abwärme können über 45.000 t CO2 pro Jahr eingespart werden. Das Fernwärmenetz soll nun sukzessive erweitert werden. (hoe)



