Von Hans-Peter Hören
Transformation des Erzeugungsparks, Ausbau der Stromnetze: Die Stadtwerke Duisburg werden in den kommenden Jahren mehr als drei Milliarden Euro in die Energiewende vor Ort investieren. Bis 2035 soll die Wärme- und Stromversorgung des kommunalen Versorgers CO2-neutral sein.
Die aktuelle Jahresbilanz gibt für dieses anspruchsvolle Unterfangen einigen Rückenwind. Vor allem dank eines einmaligen Sondereffekts aus dem Verkauf der Steag-Anteile konnt das kommunale Unternehmen aus dem Ruhrgebiet das Geschäftsjahr 2024 mit einem außerordentlich guten Ergebnis von 251,7 Millionen Euro (2023: 175,7 Mio.) abschließen, die Umsätze gingen offenbar vor allem preisedingt deutlich auf 4,1 Milliarden Euro (2023: 6,6 Mrd.) zurück.
"Das gute Jahresergebnis hilft uns, die Energiewende vor Ort weiter anzugehen und umzusetzen“ sagt Marcus Wittig, Vorstandvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG. Neben dem massiven Umbau und der Modernisierung des Erzeugungsparks muss unter anderem die Hälfte des bestehenden Stromnetzes modernisiert oder neu gebaut werden. Der immense Zubau an elektrischen Verbrauchern wie Wärmepumpen, Lademöglichkeiten für die Elektromobilität sowie Produktionsumstellungen bei Gewerbe und Industrie mache massive Erweiterungen der Verteilnetze in Duisburg notwendig, heißt es in einer Pressemitteilung.
iKWK-Anlage geht Mitte 2025 in Betrieb
Eine der großen sichtbaren Modernisierungen in der Wärmeversorgung ist die innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (iKWK-Anlage) im Stadtteil Huckingen, die Mitte 2025 in Betrieb geht und grüne Wärme bereitstellt. An der dortigen Kläranlage wurde ein neues Gebäude errichtet, in dem zwei große Wärmepumpen stehen. Diese beiden Anlagen nutzen die Restwärme im bereits geklärten Abwasser, um sie für das Fernwärmenetz nutzbar zu machen. Zur Gesamtanlage gehören außerdem zwei Blockheizkraftwerke und ein Elektrokessel.
"Großwärmepumpen sind eine der wichtigen Technologien für den modernen Umbau eines Erzeugungsparks im Rahmen der Energie- und Wärmewende. Wir haben eine solche Wärmepumpe bereits am Blockheizkraftwerk in Hochfeld in Betrieb genommen und wichtige Erfahrungen mit der Technologie gesammelt", sagt Andreas Gutschek, Vorstand Infrastruktur und Digitalisierung bei den Stadtwerken. Eine weitere Wärmepumpe werde in der Energiezentrale in Wedau-Nord errichtet und nutzt die Abwärme aus dem dortigen DVV-Rechenzentrum. Zudem würden wir weitere Projekte im gesamten Stadtgebiet geprüft.
Defizit in der Fernwärmesparte
Die Netze Duisburg erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2024 bei Umsatzerlösen in Höhe von 366,2 Millionen Euro einen Gewinn in Höhe von 29,8 Millionen Euro. Die Tochtergesellschaft Fernwärme Duisburg GmbH steigerte ihren Umsatz auf 140,4 Millionen Euro. Weiterhin erforderliche Investitionen und Kostensteigerungen bedeuteten die für Fernwärme Duisburg aber einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 3,5 Millionen Euro.
Ende vergangenen Jahres arbeiteten knapp 1300 Beschäftigte bei den Stadtwerken und ihren Tochterunternehmen. Die Zahl der Beschäftigten stieg im vergangenen Jahr um knapp 50, die Zahl der Auszbildenden lag zum Jahresende 2024 bei 97.



