Vor einer Landtagsdebatte zum
geplanten Stellenabbau beim Windanlagenhersteller Enercon haben sich
Gewerkschafter und Enercon-Betriebsräte vor dem niedersächsischen Landtag versammelt.

Vor einer Landtagsdebatte zum geplanten Stellenabbau beim Windanlagenhersteller Enercon haben sich Gewerkschafter und Enercon-Betriebsräte vor dem niedersächsischen Landtag versammelt.

Bild: © Holger Hollemann/dpa

Der Windkraftanlagen-Hersteller Enercon hat sich inmitten seines Umbaus mit Banken auf eine neue Finanzierung in Milliardenhöhe geeinigt. Die bis Ende 2023 geltende Vereinbarung umfasst 1,15 Mrd. Euro, die sich etwa je zur Hälfte auf eine neue Garantielinie und die Verlängerung bestehender Darlehen aufteilen, wie ein Enercon-Sprecher am Donnerstag sagte. Die Finanzierung zeige das Vertrauen der Banken in den Umbau des Unternehmens und sei insbesondere für größere Onshore-Projekte im Ausland wichtig.

Im Herbst 2019 hatte der Konzern einen Umbau angekündigt, der bis einschließlich 2022 dauern soll. Bis zu 3000 Arbeitsplätze könnten dabei wegfallen, hieß es. Der für den Umbau engagierte Manager Martin Prillmann sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag): "Wir werden in der Enercon-Gruppe um einen weiteren Stellenabbau nicht herumkommen." Das sei nötig, um die Kosten im Anlagenbau "auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen".

Markterholung frühestens 2022 erwartet

Der Enercon-Sprecher betonte, dass es sich dabei um einen Stellenabbau im Zuge des bereits angekündigten Umbaus handele. Bei der bisher kommunizierten Zahl von bis zu 3000 Stellen, die betroffen sein könnten, handele es sich um eine "vorsichtige Schätzung", die abschließende Zahl sei noch nicht bekannt.

Enercon mit Stammsitz im niedersächsischen Aurich ist einer der größten deutschen Hersteller in der Windindustrie. Unter einer schwächelnden Marktentwicklung leidet die gesamte Windkraft-Branche in Deutschland seit geraumer Zeit, wenn sie auch inzwischen wieder etwas optimistischer ist. "Wir gehen davon aus, dass der deutsche Markt für Windenergie an Land erst frühestens 2022 wieder Fahrt aufnehmen wird", sagte Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig der "Süddeutschen Zeitung".

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