Preisturbulenzen nicht ausgeschlossen: Der Kohleausstieg wird zum Stresstest für Regierung und Energieversorger.

Preisturbulenzen nicht ausgeschlossen: Der Kohleausstieg wird zum Stresstest für Regierung und Energieversorger.

Bild: © EEX

Die Münchener Strategieberatung "Advyce & Perlitz" hat 13 Energieversorger mit insgesamt 10 Mio. Stromkunden zu ihren Strategien bei der Strombeschaffung sowie der Preisgestaltung für Endkunden befragt.

Trotz der aktuell rückläufigen Großhandelspreise auf den Energiemärkten bleibt die Energiepreiskrise für Energieversorger ein beherrschendes Thema. Die fallenden Preise belasten Unternehmen, die sich für die kommenden Lieferjahre bereits weitgehend teuer eingedeckt haben, lautet eine der zentralen Erkenntnisse der Umfrage.

Mehrere Absicherungsstrategien gleichzeitig

Die Mehrheit der befragten Unternehmen setzt derzeit mehrere Absicherungsstrategien ein, die sie parallel einsetzen, so ein Ergebnis der Umfrage. Ein Großteil der Unternehmen nutzt demach Limitstrategien (78 Prozent), beschafft linear im Korridor (62 Prozent) und/oder bestimmt die Beschaffungsmengen auf Basis von Marktpreisen (46 Prozent).

Noch etwas abgeschlagen sei dabei die Spotbeschaffung, auf die 26 Prozent der Befragten setzen, wenn der Großteil der Mengen vor Beginn des Lieferjahres beschafft werde. Allerdings sei hier die Tendenz deutlich steigend. In den meisten Unternehmen seien für 2025 noch weniger als 50 Prozent der insgesamt benötigten Mengen bestellt worden, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.

Chance für Endkunden

"Aus der Sicht der Endkunden bietet das gefallene Preisniveau an den Großhandelsmärkten aktuell in vielen Fällen die Möglichkeit, pro Jahr Stromkosten im mittleren dreistelligen Eurobereich durch Tarifwechsel zu sparen", resümierte Andreas Schwenzer, Energieexperte bei Advyce & Perlitz.

Generell würden Absicherungsstrategien im volatilen Strommarkt derzeit an Bedeutung gewinnen, daher lohne es sich, sie gezielt weiterzuentwickeln und bei der Preisfindung einzubinden, so Schwenzer. Aus seiner Sicht würden noch viele Energievertriebe ihre Absicherungsstrategie nur selten standardisiert einsetzen. Etwa 23 Prozent der Befragten führen keinen regelmäßigen Ergebnisvergleich zwischen Hedging-Konzept und der aktuellen Situation. Nur 38 Prozent führen diesen Prozess monatlich und 8 Prozent täglich durch, zeigt das Umfrageergebnis. (am)

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