Fühlen sich Kunden individuell beraten, bleiben sie ihrem Anbieter treu.

Fühlen sich Kunden individuell beraten, bleiben sie ihrem Anbieter treu.

Bild: © Rogatnev/Adobe-Stock

Aktuelle Marktentwicklungen und eine repräsentative Kund:innenumfrage zeigen, dass die Energiebranche mit einer erhöhten Wechselbereitschaft der Kund:innen konfrontiert ist. Konkret ergab die repräsentative Befragung, dass 80 Prozent der Strom- und Gas-Kund:innen wechselgefährdet sind. 90 Prozent würden wahrscheinlich bei einer Preiserhöhung ihren Anbieter wechseln. Aus diesen Ergebnissen und aktuellen Marktentwicklungen hat PwC Deutschland Handlungsempfehlungen für ein nun veröffentlichtes Whitepaper abgeleitet.

Die Umfrage zeige zudem, dass Verbraucher:innen informierter, preissensibler, anspruchsvoller und wechselfreudiger als je zuvor sind. Die härtere Wettbewerbssituation wird durch neue Player verschärft: "Wir beobachten einen Trend, besonders bei neuen Unternehmen im Energiemarkt, die mit radikal vereinfachten Commodity Angeboten kombiniert mit Non-Commodity-Produkten aggressiv in den Markt eintreten", sagt Philipp Schmidt, Pwc-Partner für Energy Transformation. "Diese Unternehmen zeichnen sich durch einfache und transparente Prozesse sowie eine hervorragende Customer Experience aus, welche einen starken Lock-in-Effekt bei den Endkundinnen erzeugen."

Für EVU entstehe in dieser herausfordernden Situation eine Doppelchance: erstens durch eine klare und zukunftsfähige Vertriebsstrategie, die den Preisfokus der Kund:innen berücksichtigt und die Komplexität der Commodity-Produkte reduziert; zweitens durch die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, deren Attraktivität über den günstigen Preis hinausgeht. Besonders dynamische Tarife, wenn sie mit attraktiven Non-Commodity-Produkten kombiniert werden, bieten EVU die Möglichkeit, differenzierte Angebote zu machen, Kund:innen langfristig zu binden und gleichzeitig neue Umsatzquellen zu erschließen.

Detox für das Portfolio

PwC rät den EVU, um den aktuellen Herausforderungen und Trends innerhalb der Energiewirtschaft optimal zu begegnen, ihre aktuellen Produkt- und Tarifportfolios zu prüfen und zu optimieren.

Die erste Maßnahme zur Optimierung und Komplexitätsreduktion im Produkt- und Tarifportfolio sei ein "Detoxing". In diesem Schritt werde das Portfolio basierend auf der vorhergehenden Analyse zum Beispiel um Dubletten und verjährte Produkte bereinigt. Dieser Schritt sei insbesondere bei langjährig bestehenden Energieversorgern relevant, da diese ein großes, historisch gewachsenes Produkt und Tarifportfolio aufgebaut haben.

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