"Wir ernten derzeit die Früchte unserer Wachstumsstrategie": Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer.

"Wir ernten derzeit die Früchte unserer Wachstumsstrategie": Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer.

Bild: © Enni

Der niederrheinische Regionalversorger Enni bleibt weiter auf Wachstumskurs. Im Geschäftsjahr 2020 konnte er trotz Coronakrise das Ergebnis vor Steuern auf 21 Mio. Euro (Vorjahr: 20,1 Mio. Euro) steigern. Der Umsatz kletterte auf 219 Mio. Euro (2019: 214 Mio. Euro). Laut Angaben von Enni handelt es sich um das neunte Rekordergebnis in Serie in der Geschichte des mittlerweile 21 Jahre alten Unternehmens.

Das ist laut Pressemitteilung vor allem einem starken Wachstum im bundesweiten Vertrieb zu verdanken. Erstmals wurde mehr Strom in fremden Netzgebieten abgesetzt als im eigenen Netzgebiet. Über eine neue Vertriebsgesellschaft sollen nun bundesweit weitere Energiekunden akquiriert werden. Seit 2015 hat der Energiedienstleister im Strombereich rund 40.000 Privat- und kleinere Geschäftskunden deutschlandweit hinzugewonnen.

Gute Perspektive durch Kauf des B2B-Portfolios von Goldgas

Deutlichen Schub dürfte dieses Geschäftsfeld künftig durch die vor einigen Monaten bekannt gewordene Übernahme Tausender Geschäftskunden der VNG-Tochter Goldgas erhalten, diese stammen vor allem aus der Wohnungswirtschaft.

Das mehrheitlich kommunale Unternehmen profitierte im vergangenen Jahr aber auch einmal mehr von der umfassenden Diversifizierung seiner Aktivitäten seit Gründung im Jahr 2000. Diese ermöglicht Einnahmen aus verschiedensten Bereichen und verringert die alleinige Abhängigkeit vom wichtigsten Geschäftsfeld Energievertrieb.

 „Wir stehen heute breiter da als je zuvor und sind so weniger für Krisen anfällig als noch vor der Jahrtausendwende. Wir ernten jetzt die Früchte unserer Wachstumsstrategie“, sagte Geschäftsführer Stefan Krämer und hob dabei insbesondere die Agilität und Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter hervor.

Stromabsatz legt deutlich zu

Vor allem im bundesweiten Vertrieb konnte das mehrheitlich kommunale Unternehmen, das unter anderem den Städten Moers und Neukirchen-Vluyn gehört, kräftig zulegen. Tausende neue Strom- und Gaskunden wurden hier gewonnen. Der Stromabsatz legte deutlich zu auf 632 Mio. kWh (2019: 545 kWh). Im Gasgeschäft lag der Absatz weiter über eine Milliarde kWh, auch im Wärme- und Wassergeschäft gab es deutliche Zuwächse.

Weiter gestiegen ist auch der Ergebnisbeitrag der Beteiligungen und aus dem Bereich der technischen und kaufmännischen Dienstleistungen für Unternehmen wie Telekom, Vodafone sowie im noch jungen Geschäftsfeld Telekommunikation.

Gelsenwasser wird Beteiligung erhöhen

Trotz aller bundesweiter Wachstumsambitionen will sich die Unternehmensgruppe auch künftig weiter vor allem auf die Heimatregion Niederrhein konzentrieren. Im laufenden Jahr sind Investitionen von 44 Mio. Euro geplant. Einen weiteren Schub erhofft man sich von dem Ausbau der Kooperation mit dem Minderheitsgesellschafter Gelsenwasser, der seine Anteile voraussichtlich im Herbst von aktuell 5,90 auf 12,61 Prozent. Zu den größeren Projekten im laufenden Jahr zählen zudem der Bezug der neuen Firmenzentrale der drei Enni-Unternehmen in Moers und die Realisierung des Solarparks in Xanten. (hoe)

  

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper