Blick auf die Eon-Konzernzentrale in Essen.

Blick auf die Eon-Konzernzentrale in Essen.

Bild: © Andreas Baumer/ZfK

Es ist ein ganz schöner Datenberg, den die Verbände AGFW, VKU und BDEW auf der frisch veröffentlichten Transparenzplattform Fernwärme der Verbände AGFW, VKU und BDEW zusammengetragen haben. Nach ZfK-Auswertung waren es zuletzt sage und schreibe 390 Wärmenetze, betrieben von etwa halb so vielen Anbietern.

Ein Name fehlt allerdings: der des Branchenprimus Eon. Aber warum eigentlich? "Der Aufwand, die Daten bereitzustellen, ist bei der Vielzahl unserer Wärmenetze recht hoch", teilte eine Unternehmenssprecherin auf ZfK-Anfrage mit. "Daher ergänzen wir sukzessive Informationen zu unseren Netzen."

Eon-Beteiligungen bereits dabei

Und: "Wir arbeiten unter Hochdruck daran, neben den bereits eingepflegten Eon-Wärmenetzen weitere Netze [...] abbilden zu können." Darunter seien auch Netze der Eon-Fernwärmetochter Eon Energy Infrastructure Solutions, kurz ESY.

Aber hat Eon überhaupt schon Wärmenetze eingepflegt? Ja. Zumindest gilt das für Unternehmen, an denen Eon beteiligt ist, die aber kein "Eon" im Firmennamen tragen.

Avacon mit acht Wärmenetzen

Da ist zum Beispiel das norddeutsche Energieunternehmen Avacon. Eon hält gut 61 Prozent der Anteile.

Acht Avacon-Wärmenetze von Sachsen-Anhalt bis Niedersachsen sind auf der Transparenzplattform gelistet. Die Kilowattstundenpreise für einen Einfamilienhaushalt bewegen sich zwischen 13 und 18 Cent pro kWh, wobei ein Eins-zu-eins-Vergleich aufgrund unterschiedlicher Energieträger, Netzgrößen, Kundenstruktur und Anpassungszyklen nur bedingt aussagekräftig ist.

Hansewerk Natur fehlt noch

Auch die Eon-Netzgesellschaft Bayernwerk ist mit ihrer Fernwärmetochter Bayernwerk Natur vertreten. Diese betreibt ein Wärmenetz in Unterschleißheim bei München. Und auch die mehrheitliche Eon-Tochter EnviaM ist über ihre Tochter Envia Therm bereits mit drei Netzen gelistet.

Noch nicht dabei ist dagegen Hansewerk Natur, eine weitere indirekte Eon-Tochter. Hansewerk Natur war im vergangenen Jahr wegen einer Preiserhöhung ins Visier des Verbraucherzentrale Bundesverbands geraten und von diesem verklagt worden. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. (Die ZfK berichtete.)

Zahl der Teilnehmer dürfte steigen

Nach AGFW-Angaben bildet die Transparenzplattform derzeit rund 50 Prozent des bundesweiten Fernwärmeabsatzes ab. Etwa zwei Fünftel der Fernwärmeversorger sind vertreten. Noch fehlen nicht nur einige private, aber auch kommunale Unternehmen. (Mehr dazu hier.)

Die Initiatoren gehen übrigens davon aus, dass die Teilnehmerzahl in den nächsten Monaten auch jenseits von Eon steigen wird. Weitere Unternehmen hätten bereits signalisiert, nachzuliefern, sagte John Miller, stellvertretender AGFW-Geschäftsführer.

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