Blick auf die Eon-Konzernzentrale in Essen

Blick auf die Eon-Konzernzentrale in Essen

Bild: © Eon

Filip Thon, Chef der Eon-Vertriebstochter Eon Energie, hat deutliche Preiserhöhungen für Strom- und Gaskunden des Konzerns angedeutet. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte er: "Wir haben beispielsweise die Tarife in der Strom Grundversorgung in mehr als zwei Jahren größtenteils gar nicht angepasst. Wir haben sogar teilweise gesenkt. Das wird in diesem Jahr nicht möglich sein."

Er verwies auf den Großhandel, wo Gas teils 20-mal und Strom mitunter achtmal so teuer sei wie früher. "Wir müssen diese beispiellose Lage auf dem Markt in in unserer Preisgestaltung auch anteilig abbilden, versuchen aber so viel wie möglich abzufedern."

Eon: Einkauf in monatlichen Tranchen

Auf die Nachfrage, ob eine Verdopplung oder gar Verdreifachung der Tarife realistisch sei, antwortete Thon: "Das können wir heute noch nicht seriös prognostizieren. Aber schauen Sie, was im Markt passiert. In der Stromgrundversorgung wurden bereits mehr als 1000 Erhöhungen angekündigt und zum Teil schon durchgeführt. Da geht es um Aufschläge von durchschnittlich 35 Prozent."

Nach eigenen Angaben fährt Eon eine risikoarme Beschaffungsstrategie und kauft zu großen Teilen in monatlichen Tranchen ein, auch um Preisstabilität zu sichern.

Belastungen im dreistelligen Millionenbereich

Der Konzern musste allein am dem deutschen Markt in den vergangenen Monaten rund 300.000 Neukunden in die Ersatzversorgung übernehmen, weil Mitbewerber ihre Lieferung gestoppt oder insolvent gegangen waren.

Dadurch entstandene Zusatzkosten in der Beschaffung hätten zu Ergebnisbelastungen im dreistelligen Millionenbereich geführt, hatte Eon-Finanzchef Marc Spieker auf der Bilanzpressekonferenz ausgeführt. (Die ZfK berichtete.) Eon hatte darauf verzichtet, teurere Grundversorgungstarife für Neukunden einzuführen.

Eon auf Vergleichsportalen zurückhaltend

Auf Vergleichsportalen ist der Energiekonzern aktuell eher zurückhaltend unterwegs. Auf dem Vergleichsportal Verivox (Berliner Durchschnittshaushalt, Dienstagnachmittag) reihte sich Eon im Stromsektor mit einem Preis von 47 Cent pro kWh im Mittelfeld ein. Bei Gas bot der Konzern 21 Cent pro kWh.

Die für Juli geplante Streichung der EEG-Umlage begrüßt Eon-Vertriebschef Thon. Zugleich schlug er weitere mögliche Entlastungsschritte vor.

"Zusätzliche Entlastung möglich"

"Auf Strom und auch Gas liegen ja weitere Umlagen und Steuern, durch deren Senkung eine zusätzliche Entlastung möglich wäre", sagte er dem RND. "Zugleich müssen wir an der Energieeffizienz sowohl bei Wohnhäusern als auch in Unternehmen arbeiten." (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper