Der Oldenburger Regionalversorger EWE gehört zu den größten Energiekonzernen Deutschlands.

Der Oldenburger Regionalversorger EWE gehört zu den größten Energiekonzernen Deutschlands.

Bild: © EWE

Nahezu 400 Strom- und mehr als 370 Gas-Grundversorger führen nach Angaben des Vergleichsportals Check 24 mittlerweile gesonderte Grundversorgungstarife für Neukunden.

Auffällig abwesend sind dabei einige ganz Große: Eon und EnBW, Stadtwerke München und EWE haben bislang allesamt auf gesonderte Grundversorgungstarife für Neukunden verzichtet. Warum eigentlich?

Position zu Grundversorgungs-Split

EWE-Vertriebschef Oliver Bolay nahm dazu nun in einem Interview mit der Nordwest-Zeitung Stellung.

Demnach ist eine Aufteilung der Grundversorgungstarife nach Bestands- und Neukunden aus Sicht der hauseigenen Juristen mit aktuellen Gesetzen und Regularien "nicht vereinbar". Dies bestätigte EWE auch der ZfK.

70.000 Neukunden

Tatsächlich gehen die Auffassungen zur Rechtmäßigkeit gesonderter Grundversorgungstarife weit auseinander. Während insbesondere Verbraucherzentralen Sondergrundversorgungstarife für Neukunden für unzulässig halten, hatte unter anderem die Landeskartellbehörde Niedersachsen keine kartellrechtlichen Einwände. Noch gibt es keinen Gerichtsbeschluss zum Sachverhalt, auf den sich die Akteure stützen könnten.

Es ist nicht so, als hätten Lieferstopps und Insolvenzen anderer Anbieter den norddeutschen Regionalversorger nicht belastet. Allein seit Dezember zählte der Konzern 70.000 Neukunden, denen er inmitten rekordhoher Großhandelspreise Strom und Gas liefern musste.

Kosten in Millionenhöhe

Der Großteil dürfte von den beiden Unternehmen Stromio und Gas.de gekommen sein, die im Dezember ihre Lieferungen einstellten. Dies koste EWE "jeden Monat einen zweistelligen Millionenbetrag", verriet Konzernchef Stefan Dohler auf dem "Handelsblatt"-Energiegipfel vergangene Woche.

Um die Zusatzkosten aufzufangen, geht EWE nun einen anderen Weg. Der Versorger will Strom- und Gas-Grundversorgungstarife für alle erhöhen. Dies könnte schon im ersten Halbjahr geschehen, wie Bolay laut Nordwest-Zeitung durchblicken ließ.

Mehr als ein, zwei Prozent Aufschlag

Die Höhe des Preisaufschlags steht demnach noch nicht fest. Aber: "Wir reden über mehr als nur ein, zwei Prozent", wird der Vertriebschef zitiert.

Wie viele andere Versorger hatte auch EWE zu Jahresbeginn die Gaspreise in der Grundversorgung angehoben und zwar von 6,84 auf 7,75 Cent pro kWh. Gegen den Trend senkte der Konzern hingegen seinen Strom-Grundversorgungstarif von 27,33 auf 26,26 Cent pro kWh. (Die ZfK berichtete.)

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