Von Artjom Maksimenko
Der Essener Energiekonzern Eon hat eine umfangreiche Beschaffungsinitiative gestartet. Dafür wurden langfristige Verträge mit deutschen und europäischen Herstellern über Kernkomponenten für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur geschlossen. Das Beschaffungsvolumen für Transformatoren, Schaltanlagen und Ortsnetzstationen sowie Mittel- und Niederspannungskabel erreicht dabei in Summe mehr als sechs Milliarden Euro.
Zum Umfang der milliardenschweren Beschaffung zählen unter anderem mehr als 100.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungskabel, mehrere 10.000 digitale Ortsnetzstationen, mehr als 500 Mittelspannungsleistungsschalteranlagen für Umspannwerke sowie rund 29.000 Verteil- und Leistungstransformatoren.
Standardisiertung von Komponenten senkt Kosten
Die Beschaffungsstrategie bilde einen strategisch wichtigen Baustein des Konzerns, um dem "Anspruch als Playmaker der Energiewende gerecht zu werden", betonte Eons Netzvorstand Thomas König. Denn mit der Integration der Komponenten in das deutsche Verteilnetz ermögliche Eon den Anschluss zahlreicher weiterer Wind- und Solarparks, den weiteren Hochlauf von Elektromobilität und Wärmepumpen sowie Batteriespeicher oder Rechenzentren.
Eine wichtige Rolle bei der Beschaffung spielt laut Eon die Standardisierung von Komponenten. Mit der Reduzierung von technischen Varianten verbesserten sich die Planbarkeit und die Produktionsprozesse bei den Herstellern. Das senke Kosten und beschleunige den Netzausbau. Mit dieser Vorgehensweise möchte Eon auch Industriestandards setzen.
Die nun gestartete Initiative geht auf eine neue Beschaffungsstrategie von Eon für die Kernkomponenten des Netzausbaus zurück. Die Verträge mit den knapp 30 Lieferanten seien so flexibel gestaltet, dass die Produkte regelmäßig weiterentwickelt und technische Innovationen jederzeit übernommen werden können. Auf die Hersteller bringt die Kooperation Vorteile in Form von Planungssicherheit für die Produktion und eigene Investitionen, beispielsweise in neue Werke oder Fertigungslinien. Der Großteil der Komponenten werde in Deutschland und im europäischen Ausland produziert, womit Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie gesichert und neu geschaffen werden.



