"Wir werden uns noch viel, viel stärker für die kommunale Familie öffnen, es gibt in der Energiewende genug für uns alle zu tun", sagte Eon-Vorstand Thomas König am Mittwoch auf dem VKU-Stadtwerkekongress in Kassel. Der Eon-Topmanager ging unmittelbar nach dem positiven Votum der EU-Wettbewerbskommission zur Aufteilung von Innogy durch Eon und RWE auf die Befürchtungen von Kommunalversorgern vor einer künftigen Übermacht der neuen Eon ein und griff auch den Wechsel von VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche zu dem Essener Konzern Anfang kommenden Jahres auf.
"Einige von Ihnen betrachten das mit Sorge, dass etwas zu Großes entsteht. Doch für uns ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe wichtig", erklärte das für Energienetze, Einkauf und Beratung zuständige Vorstandsmitglied mit Blick auf die Rolle von Eon als künftig mit Abstand größtem deutschen Verteilnetzbetreiber.
"Wir haben den gleichen Regulierer"
"Wir haben uns intensiv um Katherina Reiche bemüht und möchten sie in der Eon-Familie willkommen heißen", sagte der Manager weiter. "Für uns ist Katherina Reiche die Brücke zur kommunalen Familie", so König. "Natürlich sind wir Wettbewerber, aber wir bieten die kooperative Zusammenarbeit an."
Die Herausforderungen der Energiewende könne die Branche nur gemeinsam bewältigen, erklärte der Eon-Vorstand. "Wir steigen gleichzeitig aus Atom und Kohle aus, das ist ein Experiment mit offenem Ausgang." Zudem hätten sowohl Stadtwerke und Regionalversorger als auch Energiekonzerne den "gleichen Regulierer". König betonte die auch für den Eon-Konzern immensen Herausforderungen der Digitalisierung. "Die digitale Transformation ist eine Frage der Kultur, nicht der Technologie", sagte der Energiemanager.
Schwieriges Bemühen um Innovationen
Der Kampf um die "digital natives" habe auch bei Eon oberste Priorität. "Wir brauchen die jungen Leute, die uns die Netze digitalisieren", sagte König. Das Durchschnittsalter der Belegschaft bei Eon Netz liege bei 48 Jahren, die Betriebszugehörigkeit betrage im Schnitt 14 Jahre. Bei dem Bemühen um Innovationen stoße das Management häufig auf Widerstand. Dennoch müsse der Konzern Entwicklungen wie die digitale Vermessung der Netzinfrastruktur weiter vorantreiben, um effizienter zu werden und so dem regulatorischen Druck stand zu halten. (hil)



