Den Gender-Gap, die Lücke zwischen den Geschlechtern, gibt es nicht nur bei der Bezahlung. Auch die Nutzung von Firmenwagen ist überwiegend männliches Privileg. Das zumindest legt eine Studie der Vergütungsberatung Compensation Partner nahe. Für die Untersuchung wurden 181.924 Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten analysiert und die Ergebnisse im „Firmenwagenmonitor 2019“ zusammengefasst.
Das Ergebnis: Zwölf Prozent aller Beschäftigten in Deutschland fahren einen Firmenwagen. Am häufigsten erhalten Vertriebsmitarbeiter ein Dienstfahrzeug. Die teuersten Wagen bieten Arbeitgeber in der Automobilindustrie an.
Auffällig ist aber der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Männer fahren deutlich öfter einen Firmenwagen als Frauen. Zwölf Prozent der männlichen, aber nur 3,5 Prozent der weiblichen Fachkräfte fahren einen Firmenwagen. Auch bei den Führungskräften ist der Unterschied gewaltig: Dort verfügt fast die Hälfte aller Männer über einen Firmenwagen (48 Prozent). Unter den weiblichen Führungskräften sind es nur 29 Prozent.
Autos der Männer sind auch teurer
Außerdem sind die Dienstwagen der Männer teurer: Bei Fachkräften steht der durchschnittliche Listenpreis der Fahrzeuge bei 37.181 Euro für Männer dem Preis von 28.368 Euro bei Frauen gegenüber. Bei Führungskräften liegt der Preis bei 52.933 gegenüber 43.460 Euro.
Insgesamt scheint aber die Attraktivität von Firmenfahrzeugen abzunehmen. In einer Umfrage der Berater vom April stuften 60 Prozent der Beschäftigten den Firmenwagen als unwichtig ein. „Der klassische Dienstwagen mit Verbrennungsmotor verliert als Zusatzleistung an Attraktivität. Im Zuge des Nachhaltigkeitstrends werden Carsharing-Modelle und E-Mobility relevanter – vor allem bei jüngeren Talenten“, so Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner. (wa)



