Mit dem zunehmenden Erneuerbarenausbau und der zunehmenden Volatilität sowohl bei der Erzeugung als auch beim Verbrauch, etwa durch den Einsatz von E-Mobilität und Wärmepumpen, nimmt auch die Komplexität der Beschaffungsprognosen für Stadtwerke und Energiehändler zu.
Das Fraunhofer IOSB-AST hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu prüfen, wie sich die dynamischen Tarife mit Wärmepumpen-Fokus auf die Strombeschaffung auswirken. Dafür haben die Wissenschaftler die Daten der Stadtwerke Erfurt (SWE Energie) ausgewertet.
Deutliche Abweichungen vom klassischen SLP
Im Rahmen der Energiewende stellen zahlreiche Versorger ihre Wärmebereitstellung und Individualmobilität mittel- bis langfristig von fossilen auf erneuerbare und elektrische Ressourcen um. Die zeitlichen und mengenmäßigen Strombeschaffungsstrategien für Stadtwerke und Energiehändler ändern sich im Vergleich zum Standardlastprofil (SLP) deutlich, teilte das Fraunhofer IOSB-AST mit.
Eine wichtige Herausforderung für die Versorger bilde dabei die nach dem § 41a EnWG verpflichtende Einführung eines dynamischen Tarifs. In einem ersten Schritt seiner Untersuchungen in Erfurt wollen die Fraunhofer-Experten nun die Auswirkungen von – durch dynamische Tarife – beeinflussten Lasten am Beispiel von Wärmepumpen auf die Bedarfsvorhersage der SWE Energie GmbH durch Energieexperten des Fraunhofer IOSB-AST untersuchen.
Zugriff auf Daten aus "WPuQ"
Sie greifen dabei auf die Daten aus dem Forschungsprojekt Wind-Solar-Wärmepumpen-Quartier ("WPuQ") mit den Daten von insgesamt 36 Wärmepumpen zurück. Verglichen wurde dabei der ungesteuerte, nicht-preisbeeinflusste Einsatz der Wärmeerzeuger mit dem preisbeeinflussten, wärmespeichergesteuerten Einsatz der Wärmepumpen.
"Beschaffungsstratregien anpassen"
Im Vergleich zu einer klassischen Prognose für unbeeinflusste Lasten konnten die Energieexperten des Fraunhofer IOSB-AST nach eigenen Angaben die preisbeeinflusste Bedarfsvorhersage der Wärmepumpen deutlich besser abbilden und damit Risiken für die Strombeschaffung aus Sicht des Energielieferanten deutlich verringern. "Mit den Ergebnissen des Fraunhofer IOSB-AST können wir unsere Beschaffungsstrategien optimal an den sich nun ändernden Markt anpassen“, berichtet Thomas Jacob, verantwortlich für Energiebeschaffung und -vermarktung bei SWE Energie GmbH. (am)



