Die Gespräche befanden sich bereits in fortgeschrittenem Stadium. Eine Arbeitsplatzgarantie wurde ausgesprochen und es gab bereits öffentliche Informationsveranstaltungen zum geplanten Zusammenschluss der Energiesparte der zu 100 Prozent kommunalen Vereinigten Wertach Elektrizitätswerke (VWEW) und der Kaufbeurer Betriebsstelle von Erdgas Schwaben (EGS). Bei den abschließenden Vertragsverhandlungen hakte es aber offenbar an einigen Punkten, deshalb haben beide Parteien nun einvernehmlich die Fusionsgespräche für beendet erklärt. Inklusive der Vorsondierungen hatten die Gespräche rund zwei Jahre gedauert.
"Letztlich konnten wir an verschiedenen Punkten keine Einigkeit erzielen, vor allem im Dienstleistungsbereich", teilt VWEW-Pressesprecher Norbert Rathe auf ZfK-Anfrage mit. Vor allem über die Frage, welche Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen sind, gab es offenbar unterschiedliche Vorstellungen. Man habe auf Augenhöhe verhandelt und sei auch auf Augenhöhe auseinandergegangen.
Entwicklung neuer Geschäftsfelder als Ziel
Beide Unternehmen hatten sich von einer Fusion vor allem Synergien sowie Vorteile bei der Bewältigung der Digitalisierung und der Entwicklung neuer Geschäftsfelder erhofft. Der Allgäuer Kommunalversorger VWEW hatte bereits in der Vergangenheit Kooperationsgespräche mit "AllgäuNetz" über eine Zusammenarbeit im Netzbereich geführt – doch die Synergiepotenziale waren letztlich nicht groß genug. Die VWEW-Gruppe beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Hauptgesellschafter ist die Stadt Kaufbeuren mit 60,8 Prozent, die restlichen Anteile verteilen sich auf drei weitere Städte im Allgäu. Für die Kaufbeurer Betriebsstelle von Erdgas Schwaben arbeiten rund 20 Angestellte. Mehrheitsgesellschafter der EGS ist die Thüga AG mit 64,86 Prozent der Anteile, auf die Stadtwerke Augsburg entfallen die restlichen 35,14 Prozent. (hoe)



