Auf Basis der gesammelten Informationen schätzt der VKU, dass bisher etwa drei Viertel der rund 1.500 berechtigten Erdgaslieferanten und Wärmeversorger ihren Anspruch geltend gemacht und davon etwa 40 Prozent erhalten haben.

Auf Basis der gesammelten Informationen schätzt der VKU, dass bisher etwa drei Viertel der rund 1.500 berechtigten Erdgaslieferanten und Wärmeversorger ihren Anspruch geltend gemacht und davon etwa 40 Prozent erhalten haben.

Bild: © Steidi/Adobestock

Auch die Angriffe von Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer konnten dem Gaspreis zuletzt keinen größeren Auftrieb verleihen. Rohstoffexperten gehen davon aus, dass die Versorgung in Europa hiervon nicht beeinträchtigt wird.

Zum Handelsauftakt notierte der März-Kontrakt am TTF kurzzeitig bei 25,82 Euro/MWh. Zuletzt lag ein Frontmonat-Kontrakt so niedrig im Juli vergangenen Jahres. Zu den wesentlichen Gründen für den Preisrückgang zählen die Analysten die schwächelnde Konjunktur in der EU und somit eine schwache Gasnachfrage.

Konjunkturschwäche und mildes Wetter drücken Nachfrage

Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag der Gasverbrauch der deutschen Industrie in den Monaten Oktober bis Dezember 2023 um 16 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021. Hinzu kommt die milde Witterung: Die Temperaturen lagen nach Angaben der Regulierungsbehörde 2023 über dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2022, was ebenfalls einen großen Einfluss auf den Verbrauch hatte.

Als ein weiterer Grund für den Preisverfall gelten die diversifizierten Importquellen für das Pipelinegas und LNG. Das führte unter dem Strich zu einem Überangebot auf dem Markt. Derzeit liegt der durchschnittliche Gasspeicherstand in Europa bei über 67 Prozent, in Deutschland sogar bei über 72 Prozent. Die neue gesetzliche Vorgabe für den Stichtag 1. Februar verlangt einen Speicherstand von mindestens 30 Prozent.

Die Notierungen bewegen sich aktuell weitgehend seitwärts, weil es dem Handel an richtungsgebenden Impulsen fehle, sagte Joachim Endress, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo. "Im Rückspiegel betrachtet war das nicht immer so. Kältewellen und leere Gasspeicher führten in den zurückliegenden Jahren oftmals in den Monaten Februar und März zu Preisspitzen am Markt", warnt der Experte.

"Bodenbildung noch nicht abgeschlossen"

Ein Kälteeinbruch erscheint allerdings immer unrealistischer. Aufgrund des aktuellen Speicherstands zeigt sich die Initiative Energien Speichern (Ines) in ihrem monatlichen Update mittlerweile optimistisch, dass auch die maximale Befüllung der Gasspeicher für den kommenden Winter realistisch ist. Aus Sicht des leitenden Trianel-Analysten, Philipp Eggert, ist bei der aktuellen Preisentwicklung die Bodenbildung noch nicht vollzogen. Im Interview mit der ZfK hielt er kürzlich Gaspreise im "niedrigen zweistelligen Bereich" für realistisch und empfahl den Versorgern, ihre Beschaffung nach Möglichkeit weiter hinauszuzögern. (am/dpa)

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