Die Sonne geht hinter technischen Anlagen des Erdgasspeichers Katharina in Sachsen-Anhalt auf.

Die Sonne geht hinter technischen Anlagen des Erdgasspeichers Katharina in Sachsen-Anhalt auf.

Bild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Von Artjom Maksimenko

Der Gasverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht auf 844 Terawattstunden (TWh) gestiegen, wie die Bundesnetzagentur (BNetzA) am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr wurden 811,5 TWh Erdgas verbraucht. Dies entspricht einer Steigerung von 3,5 Prozent.

Auf Haushalt und Gewerbe entfielen dabei 39 Prozent, auf die Industrie die restlichen 61 Prozent.

Vorkrisenniveau noch unerreicht

Bei Betrachtung des Zeitraums 2018 bis 2021 zeichnet sich ein anderes Bild ab. So ging der Erdgasverbrauch um insgesamt 14 Prozent zurück. Haushalts- und Gewerbekunden haben dabei 17 Prozent und die Industriekunden 12 Prozent gespart. Einen Einfluss auf den Verbrauch hatte auch die warme Witterung 2024. Im Mittel lagen die Temperaturen knapp 0,9 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021, so die Regulierungsbehörde. Vor allem der Februar 2024 lag um 4,4 Grad über dem Monatsmittel

Im- und Exporte

Januar und Dezember 2024 hingegen waren jeweils um rund 0,5 Grad kälter als die Vergleichswerte der Vorjahre. Im vergangenen Jahr lagen die Gasimporte bei voraussichtlich 865 TWh (2023: 968 TWh), hieß es aus Bonn weiter. Die größten Lieferanten waren Norwegen (48 Prozent), die Niederlande (25 Prozent) und Belgien (18 Prozent). Über die LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran erreichten Deutschland 2024 rund 69 TWh Erdgas. Das macht acht Prozent der gesamten Importe aus.

Exportiert wurden im vergangenen Jahr laut BNetzA etwa 89 TWh Gas, was einen deutlichen Rückgang gegenüber den 187 TWh im Vorjahr darstellt. Zu den wichtigsten Abnehmern gehörten die Niederlande (34 Prozent), Tschechien (33 Prozent) und Österreich (14 Prozent).

Speicherfüllstand zufriedenstellend

Wie im Vorjahr waren die deutschen Gasspeicher 2024 im Durchschnitt gut gefüllt. Es galten gesetzliche Vorgaben: 85 Prozent zum 1. Oktober und einen Füllstand von 95 Prozent zum 1. November. Beide Stichtage wurden im Jahr 2024 deutlich früher erfüllt.

Im Juli 2024 erreichte der Speicherstand 85 Prozent und am 3. November einen Füllstand von 98 Prozent. Aktuell sind die Gasspeicher zu 77 Prozent gefüllt. Seit dem 4. November wird kontinuierlich ausgespeichert. Dies sei der Füllstand deutlich unter dem Vorjahresniveau von 91 Prozent, bewege sich damit allerdings in einem erwartbaren Korridor.

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