Von Artjom Maksimenko
Der Kölner Energieversorger Rheinenergie bündelt seine Netzaktivitäten in einer neuen Netzgesellschaft. Aus der Rheinischen Netzgesellschaft wird Rheinnetz, teilte das Unternehmen mit. Kernbestandteil der Umstrukturiereung ist die Überführung und Integration von über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Technischen Netzservice sowie der Netzabrechnung der RheinEnergie in die neue Rheinnetz GmbH. Aus historischen Gründen war das bislang nicht der Fall.
Ein zentrales Element der Neustrukturierung sei die Einführung von "Ende-zu-Ende"-Prozessen und agilen Arbeitsmethoden, um Transparenz und Effizienz zu steigern. Diese Organisationen erlaube es, Projekte ganzheitlich und fachbereichsübergreifend zu bearbeiten.
Organisatorische Transformation
Die Umfirmierung markiere eine umfassende organisatorische Transformation, die nicht nur regulatorischen Anforderungen besser gerecht wird, sondern auch Effizienz und Kundennähe nachhaltig verbessert, hieß es aus Köln weiter. Die ersten Schritte zur Neuausrichtung hat das Unternehmen bereits 2022 gemacht. Einerseits entspreche die neue Netzgesellschaft den regulatorischen Vorgaben der Bundesnetzagentur. Andererseits vereinfache das Unternehmen seine Dienstleistungsverhältnisse und straffe die Vertragsstrukturen.
Wie viele andere Unternehmen in Deutschland steht die Rheinenergie vor gewaltigen Herausforderungen der Energie- und Wärmewende, die einen massiven Ausbau der Energieinfrastruktur erfordern. "Aktuell liegt die durchschnittliche Netzlast in Köln bei etwas über 800 MW. Im Winter erreicht sie bis zu 1200 MW. Laut Prognosen wird der Bedarf auf etwa 1600 bis über 2000 MW ansteigen, unter Umständen auch bis 2500 MW, je nachdem, wie viel noch elektrifiziert werden wird." Das sagte Susanne Fabry, Vorständin Netze der Rheinenergie und Vorsitzende des Aufsichtsrats der Rheinnetz, im Interview mit der ZfK, das im Januar erscheint. Entsprechend soll aus dem geplanten Investitionsvolumen der Rheinenergie von knapp 3,8 Mrd. Euro bis 2035 knapp die Hälfte in den Netzausbau fließen.
Frage der Effizienz
Die Antwort auf das "Warum?" liege unter anderem in der Effizienz: "Wir müssen künftig viel mehr an Leitungen bauen – die Infrastruktur ist die absolute Grundlage für alles, was im Rahmen der Energie- und Klimawende umgesetzt werden wird", so Fabry weiter. Das heißt: Mehr Effizienz, mehr Strecke, mehr Service.
Regulatorisch sei das der bessere und zukunftsträchtigere Weg, um die Netzgesellschaft als zentralen Akteur aufzustellen, so Fabry weiter. Auch erlaube die neue Organisation, Projekte ganzheitlich und fachbereichsübergreifend zu bearbeiten – "ein entscheidender Vorteil, um den Netzausbau zu beschleunigen", sagte sie weiter.
Die neue Rheinnetz werde auch nach außen als eigenständige Netzbetreiberin auftreten, kündigte das Unternehmen an. Für die Bürgerinnen und Bürger im Netzgebiet der Rheinnetz bedeutet die Neustrukturierung sichtbare Veränderungen. Anschreiben mit Aufforderungen zur Ermittlung der Zählerstände kommen demnächst von der Rheinnetz. Auch Anfragen zu Netzanschlüssen und Anmeldung von Einspeiseanlagen werden nun von der Rheinnetz bearbeitet, hieß es aus Köln.



