In der Corona-Pandemie waren viele Stadtwerkemitarbeiter im Kundenservice nur noch telefonisch erreichbar.

In der Corona-Pandemie waren viele Stadtwerkemitarbeiter im Kundenservice nur noch telefonisch erreichbar.

Bild: © Berkeley Communications/Unsplash

Angesichts jüngst gefallener Großhandelspreise für Strom und Erdgas haben erste Stadtwerke eine baldige Senkung ihrer Grundversorgungspreise in Aussicht gestellt. In Halle könnte diese schon im April kommen, wie die örtliche Energieversorgung Halle (Sachsen-Anhalt) in einer Presseaussendung ankündigte.

Die genaue Höhe werde derzeit kalkuliert und stehe in den nächsten Wochen fest. Grundversorger müssen mindestens sechs Wochen im Voraus Preisanpassungen ankündigen.

Große Preisschere in Grundversorgung

Ähnlich äußerten sich die Stadtwerke Pinneberg in Schleswig-Holstein. "Es zeichnet sich ab, dass wir ab April unsere Gaspreise wieder senken können", wird Vertriebsleiter Marek Wilken im "Hamburger Abendblatt" zitiert.

Zu Jahresbeginn ging die Schere bei den Grundversorgungspreisen weit auseinander. Nach Angaben des Dienstleisters Enet liegen die Strom-Grundversorgungspreise bundesweit zwischen 28 und 93 Cent pro kWh. Bei Gas sind es zwischen acht und 34 Cent pro kWh. (Die ZfK berichtete.)

Preissenkung in München beschlossene Sache

Die Energieversorgung Halle berechnet derzeit für grundversorgte Stromkunden 60 Cent pro kWh. Bei Gas sind es 24 Cent pro kWh. Die Stadtwerke Pinneberg verlangen 58 Cent pro kWh Strom und 25 Cent pro kWh Gas.

Beschlossene Sache ist ein Preisrückgang in der Stromgrundversorgung bereits bei den Stadtwerken München. Sie wollen im April statt derzeit 62 nur noch 52 Cent pro kWh berechnen.

Ersatzversorgungspreise teils sehr hoch

Bei einem anderen Tarif, der laut Gesetz deutlich spotmarktnäher sein sollte, spiegeln sich die fallenden Preise der vergangenen Wochen dagegen noch weniger wider: bei der Ersatzversorgung. In einer ZfK-Stichprobe unter zehn ausgewählten Versorgern bundesweit lagen die Stromersatzversorgungspreise zwischen 40 und 75 Cent pro kWh, wobei mehr als die Hälfte der Unternehmen 60 Cent pro kWh oder mehr verlangten. Bei Gas ging die Spanne von 16 bis 32 Cent pro kWh, wobei nur zwei Anbieter unter der 20-Cent-Marke lagen.

Bei einem der zehn Versorger waren die Preise in der Ersatzversorgung günstiger als in der Grundversorgung. Ausgewertet wurden Grundversorger in Frankfurt, Halle, Pforzheim, Stuttgart, Ulm, Magdeburg, Dortmund, Wuppertal, Krefeld und einem Teil Thüringens. Ersatzversorgungspreise können jeweils zum 1. und 15. Tag eines Monats verändert werden. (aba)

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