„Wir sehen, dass unsere Kunden die Energiewende selbst voranbringen wollen“, sagte Michael Prinz, Sprecher Geschäftsführer von Hamburg Energie, auf der Jahrespressekonferenz von Hamburg Energie und Hamburg Wasser. „ Allerdings fehlt es bislang an einfachen und verständlichen Produkten für Eigenheimbesitzer.“ Deshalb bieten die Hamburger ein neues Konzept namens „Eco-up-your-Home“ an.
Dabei handelt es sich um einen Baukasten für Eigenheimbesitzer, der modulare haustechnische Lösungen rund um die Themen Wärmeversorgung, Stromerzeugung und Mobilität bietet. Das Produkt wird schrittweise eingeführt. Als ersten Baustein bietet Hamburg Energie ab Herbst dieses Jahres eine private Ladelösungen für E-Autos an. Ein weiteres Element soll eine regenerative Wärmeversorgung sein. Das Interesse an privaten Photovoltaikanlagen sei groß, so Prinz.
Die Zahlenbilanz
Hamburg Energie weist für das Jahr 2019 eine positive Bilanz aus. Der Versorger hat bei Umsatzerlösen von 242 Mio. Euro ein Ergebnis von rund zwei Millionen Euro erwirtschaftet. Damit wurde der Planwert um gut drei Prozent übertroffen. Der Zuwachs beruht maßgeblich auf kontinuierlich steigenden Kundenzahlen. Der städtische Ökostromanbieter habe seine Stellung als Nummer zwei auf dem Hamburger Energiemarkt hinter dem Grundversorger gefestigt, teilt Hamburg Energie mit.
Hamburg Wasser erzielte einen Umsatz von 270 Mio. Euro. Der Ertrag aus dem Trinkwasser-verkauf sei mit 31 Mio. Euro auf ein normales Niveau gefallen, nachdem 2018 ein Rekordergebnis von 43,4 Mio. Euro verbucht wurde, das allerdings stark durch den sehr heißen und trockenen Sommer begünstigt war, wie Nathalie Leroy, Sprecherin der Geschäftsführung von Hamburg Wasser, erläutert. Das Ergebnis der Abwassersparte konnte erneut verbessert werden und übertrifft mit 62,4 Mio. Euro den Vorjahreswert.
Baustellen auf leeren Straßen
Die Corona-Krise und die damit verbundene starke Verkehrsberuhigung hat Hamburg Wasser zur Realisierung eines Sofortprogramms für Maßnahmen auf Hauptverkehrsstraßen genutzt. „Wir haben insgesamt 86 Bedarfe in unserem Netz identifiziert und umsetzen können, die in Bereichen stark befahrener Straßen liegen. Mit unserem Sofortprogramm haben wir die verkehrsarme Zeit dafür genutzt, diese Baumaßnahmen vorzuziehen. Dafür haben wir kurzfristig rund 1,2 Mio. Euro investiert“, sagte Ingo Hannemann, Technischer Geschäftsführer von Hamburg Wasser.
Trotz Corona dürfe die Klimakrise nicht in den Hintergrund treten, mahnte Leroy. Grundsätzliche Fragen wie die Versorgungssicherheit mit Wasser stehen weiter auf der Agenda des Unternehmens. Hamburg nutzt für das Trinkwasser ausschließlich Grundwasser. Für die Neubildung seien die Winterhalbjahre ausschlaggebend. Trotz der heißen Sommer war die Trinkwasserneubildung in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich, so dass die Versorgung der 2 Mio. Menschen in der Region Hamburg gesichert sei.
Verursacherprinzip umsetzen
Dennoch gebe es mehr Konkurrenz für die Wassernutzung. Deshalb ist Leroy froh, dass einige wichtige Themen dazu im Koalitionsvertrag des neuen Hamburger Senats enthalten sind. Dazu gehört der vorrangige Schutz des Trinkwassers vor anderen Nutzungsarten wie zum Beispiel in der Industrie und in der Landwirtschaft. Diese Forderung müsse „auch auf Bundesebene verankert werden“, sagte Leroy.
Auch die Umsetzung des Verursacherprinzips bei Verunreinigung ist im Koaltionsvertrag erwähnt. „Alles, was im Klärwerk nicht herausgefiltert werden kann, gelangt in die Umwelt“, mahnte die Hamburg-Wasser-Chefin. Sicherlich könne man viele Stoffe mit großem Aufwand wieder entfernen. Doch das sei teuer und müsse dann durch die Verbraucher bezahlt werden. Besser sei es, Anreize für die relevanten Industrien zu setzen, schädliche Stoffe weniger oder überhaupt nicht einzusetzen. (hp)



