Es war eine denkwürdige Bilanzpressekonferenz, die der städtische Versorger Hamburg Wasser am Donnerstag abhielt. Zum ersten Mal überhaupt fand sie — ganz Corona-gemäß — digital statt. Und zum vorerst letzten Mal stellten Nathalie Leroy und Michael Prinz die Ergebnisse des Gesamtkonzerns und seiner Strom- und Gastochter Hamburg Energie vor.
Leroy verlässt Hamburg Wasser auf eigenen Wunsch. (Hier lesen Sie mehr dazu.) Hamburg Energie wiederum wird aus dem Mutterkonzern herausgelöst. Sie soll von 2022 an ein Gemeinschaftsunternehmen mit Wärme Hamburg bilden. (Die ZfK berichtete.)
Gewinn liegt bei 102 Mio. Euro
Leroy hinterlässt ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin eine solide wirtschaftliche Basis. Nur knapp schrammte Hamburg Wasser im vergangenen Jahr am Rekordergebnis von 2018 vorbei.
Damals erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 103 Mio. Euro. Zwei Jahre später waren es 102 Mio. Euro. Im Vorjahresvergleich ging das Ergebnis sogar leicht nach oben.
Trinkwasserabsatz steigt
Auch der Umsatz stieg. Er betrug 865 Mio. Euro. Dies entsprach einem Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dem Mutterkonzern half, dass der Trinkwasserabsatz im Vorjahresvergleich auch aufgrund eines heißen und trockenen Sommers leicht zunahm. Gleichzeitig ging die gereinigte Abwassermenge um mehr als drei Prozent zurück. Ingo Hannemann, Technischer Geschäftsführer des Unternehmens, begründete dies damit, dass weniger Niederschlagswasser im Klärwerk gelandet sei.
Corona-Auswirkungen
Die Corona-Pandemie habe zwar Auswirkungen auf den Absatz gehabt, fuhr Hannemann fort. Allerdings sei dieser nicht zurückgegangen, sondern habe sich verlagert: weg vom Gewerbe, insbesondere Hotels und Restaurants, hin zu Privathaushalten. "Das hat sich ungefähr die Waage gehalten."
Auch deshalb erhöhte Hamburg Wasser die Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser dieses Jahr nicht. "Damit sind sie im dritten Jahr seit 2019 stabil", bilanzierte Leroy.
Investitionen in Höhe von 200 Mio. Euro
Die Wasserpreise für 2021 stiegen dagegen um zwei Cent pro Kubikmeter oder um 1,8 Prozent.
Investiert hat Hamburg Wasser im vergangenen Jahr insbesondere in Abwassernetze und -anlagen. Insgesamt gab das Unternehmen etwa 200 Mio. Euro aus.
Kundenzuwachs bei Hamburg Energie
Auch Hamburg Energie zog ein positives Fazit. Das Unternehmen schlug sich im vergangenen Jahr ordentlich. Der Umsatz stieg um fünf Mio. Euro auf insgesamt 247 Mio. Euro. Das Ergebnis ging leicht von 2,0 auf 1,9 Mio. Euro zurück.
Hamburg Energie gewann weiter Kunden im privaten und gewerblichen Bereich hinzu. Ende des Jahres verzeichnete das Unternehmen insgesamt 127.000 Stromkunden (4000 mehr als im Vorjahr) sowie etwa 27.000 Gaskunden (gut 1000 mehr als im Vorjahr). Entsprechend steigerte es trotz Corona-Schwierigkeiten seinen Stromabsatz.
Erneuerbaren-Portfolio wächst
Der Gasabsatz ging dagegen leicht zurück. Hamburg-Energie-Geschäftsführer Michael Prinz führte das vor allem auf die milde Witterung zurück.
Stolz verwies Prinz auf das wachsende Erneuerbaren-Portfolio seines Unternehmens. Allein im vergangenen Jahr erzeugte der Versorger nach eigenen Angaben 192.000 MWh Strom. Damit habe Hamburg Energie eine Eigenversorgungsquote von knapp 72 Prozent erreicht. (ab)
Hier geht's direkt zum Geschäftsbericht von Hamburg Wasser.



