Im Liniennetz der Hamburger Hochbahn fahren bereits erste Elektrobusse, das Bus zeigt eine Schnellladestation für die Fahrzeuge.

Im Liniennetz der Hamburger Hochbahn fahren bereits erste Elektrobusse, das Bus zeigt eine Schnellladestation für die Fahrzeuge.

Bild: © Siemens

Die Hamburger Hochbahn AG (Hochbahn) geht neue Wege bei der Finanzierung nachhaltiger Verkehrsprojekte. Nach eigenen Angaben hat die Hochbahn als erstes deutsches Verkehrsunternehmen nun einen „Green Bond“ begeben. Mit dieser Unternehmensanleihe beschafft sich das Unternehmen 500 Millionen Euro auf dem „grünen“ Kapitalmarkt von institutionellen Anlegern.

Damit könnten wichtige Verkehrsprojekte für die Mobilitätswende und ein klimaneutrales Hamburg finanziert werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Große Nachfrage auf Investorenseite

Die Anleihe war mehr als sechsfach überzeichnet. Sie hat eine Laufzeit von 10 Jahren und wird mit 0,231 Prozent verzinst (Mid-Swap plus 27 Basispunkte). Rund 35 Prozent der Anfragen kamen aus Deutschland, darunter auch lokale Player der Hamburger Finanzwirtschaft. Aber auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Benelux, die Schweiz und Skandinavien sowie Asien sind weitere große Nachfrager.

Die Platzierung erfolgte am Börsenplatz Luxemburg mit der Unterstützung eines Bankenkonsortiums aus BNP Paribas, Commerzbank und Credit Agricole.

50 neue DT5-Züge

„Wir wollendie Mobilitätswende weiter massiv vorantreiben. Für beides brauchen wir kräftige Investitionen“, erklärte Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende (Grüne) und Aufsichtsratsvorsitzender der Hochbahn.  Das aufgenommene Geld werde beispielsweise in 50 neue DT5-Züge, 160 moderne E-Busse oder auch die Instandsetzung der U3 fließen.

 „Wir haben uns im Koalitionsvertrag verständigt, mit nachhaltigen Finanzierungen neue Potentiale zu heben und neue Finanzierungswege für Zukunftsvorhaben unserer Stadt aufzuzeigen“, ergänzte Andreas Dressel (SPD), Hamburgs Finanzsenator.. Nach dem gut platzierten Social Bond der Förderbank IFB über 250 Mio. Euro in 2019 sei die jetzt getätigte Green Bond-Emission der Hochbahn über 500 Mio. Euro ein Riesenerfolg für die Stadt.

Bestnoten für die Nachhaltigkeitsstrategie

Sehr gute Noten erhielt auch die Nachaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Grundlage hierfür ist ein Green Bond Framework (Rahmenwerk), in dem die Nachhaltigkeitsziele und Verpflichtungen des Unternehmens hinterlegt sind und das den internationalen Standards der ICMA (International Capital Market Association) entspricht.

Die renommierte, unabhängige norwegischen Agentur Cicero als Second Party Opinion bewertete das Rahmenwerk mit „Dark Green“, die nachhaltige Unternehmensführung mit „Excellent“. Das ist laut Pressemitteilung in beiden Fällen die bestmögliche Bewertung.

Klimaneutralität bis 2030

„Spätestens 2030 soll die Hochbahn klimaneutral unterwegs sein. Die 500 Millionen Euro werden – entsprechend der festgelegten Green-Bond-Regeln – ausschließlich in nachhaltige Projekte investiert“, versicherte Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn. Rund 70 Prozent der Mittel sind für den U-Bahn-Bereich vorgesehen. Auf den Busbereich entfallen rund 20 Prozent des Anleihevolumens. Etwa 10 Prozent der Summe fließen in den Bereich Service. (hoe)

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