Der Vorfall vom 8. Januar beschäftigt die europäischen Übertragungsnetzbetreiber weiterhin. (Symbolbild)

Der Vorfall vom 8. Januar beschäftigt die europäischen Übertragungsnetzbetreiber weiterhin. (Symbolbild)

Bild: © Gregor Fischer/dpa

Stromanbieter Stromio muss bundesweit seine Lieferung einstellen. Nach ZfK-Informationen kündigten ihm alle vier Übertragungsnetzbetreiber die Bilanzkreisverträge. 50 Hertz, Amprion, Transnet NW und Tennet bestätigten dies gegenüber der ZfK.

Die Kündigungen werden Dienstagnacht um 24 Uhr wirksam. Dann müssen bundesweit Ersatzversorger einspringen. Über die Kündigungen berichtete auch das Portal "www.Verbraucherhilfe-Stromanbieter.de".

Stromio 2009 gegründet

Nach Branchenschätzungen hat das in Kaarst (Nordrhein-Westfalen) ansässige Stromio mehrere hunderttausend Stromkunden. Das Unternehmen gehört damit zu einem der größeren deutschen Stromanbieter. Die Produkte wurden über die Marke Grünwelt Energie vertrieben.

Stromio wurde 2009 gegründet. Es gehört wie die Gasschwester Gas.de zum Konzern Universal Utility International, das noch im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro erzielte und ein Betriebsergebnis von knapp 110 Mio. Euro einfuhr.

Turbulenzen nach Gas.de-Lieferstopp

Anfang Dezember hatte der deutsche Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) Gas.de den Bilanzkreisvertrag gekündigt. Viele zehntausend Gaskunden fielen in der Folge in die Ersatzversorgung. Gas.de begründete den Lieferstopp mit einer "nie dagewesenen Preisexplosion an den europäischen Energiehandelsplätzen".

In den Tagen darauf führten Dutzende Grundversorger separate Grundversorgungstarife ein. (Die ZfK berichtete.) Der ostdeutsche Regionalversorger Mitgas lehnte aus "wirtschaftlicher Unzumutbarkeit" etwa 5000 ehemalige Gas.de-Kunden in seinem Grundversorgungsgebiet sogar ab.

Strompreise auf Rekordhoch

Auch diesmal dürfte die Belastung für Grundversorger groß sein. Die Strompreise im Großhandel befinden sich auf einem Rekordhoch. Der Frontmonatskontrakt notierte zuletzt bei knapp 430 Euro pro MWh, der Frontjahreskontrakt bei 316 Euro pro MWh. (aba)

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