Dank der Veräußerung von Anteilen aus dem eigenen Windparkportfolio hat die Stadtwerke Heidenheim AG – Unternehmensgruppe (Stadtwerke AG) im Geschäftsjahr 2020 das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit deutlich gesteigert auf 31,7 Mio. Euro (2019: 23,03 Mio. Euro). In dieser Summe ist bereits der Verlustausgleich für die defizitären Sparten Bäder und Parkierung berücksichtigt.
Der Jahresüberschuss stieg ebenfalls deutlich auf 25,6 Mio. Euro (2019: 17,45 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse lagen bei 298 Mio. Euro (2019: 305 Mio.). Rund 70 Prozent des Umsatzes stammen von Kunden aus dem Bundesgebiet außerhalb der Stadt Heidenheim und der Region.
Weitere Stadtwerke am Erneuerbaren-Portfolio beteiligt
Knapp 40 Mio. Euro hat das Unternehmen im vergangenen Jahr investiert, unter anderem in den Ausbau des Windparkportfolios und die Netzinfrastruktur. Mit eigenen Wind- und Solaranlagen wurden im vergangenen Jahr 253 Mio. kWh Ökostrom im vergangenen Jahr erzeugt (2019: 196,7 Mio. kWh).
Das gesamte Erneuerbaren-Portfolio beträgt mittlerweile rund 129 MW. Erneut konnten sich andere Stadtwerke an den Erneuerbaren-Anlagen beteiligen. Das "flexibel agierende Netzwerk" bestehe mittlerweile aus über 30 Partnern, um weitere Investitionen in regenerative Energien zu realisieren, heißt es in der Pressemitteilung.
Vorzeigeprojekt in Nattheim
Ein Meilenstein in der Entwicklung dieses Geschäftsfelds ist die erst vor wenigen Tagen erfolgte Inbetriebnahme des Windparks Nattheim auf einer Fläche an der A 7. Der Park besteht aus insgesamt neun Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von je 4,2 MW.
Zur Errichtung und zum Betrieb des Parks haben die Stadtwerke AG und der Windenergieprojektierer Alterric GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Aloys-Wobben-Stiftung (dem alleinigen Gesellschafter von Enercon) und der EWE AG, eine Kooperation geschlossen. Die Stadtwerke Heidenheim Gruppe hat bereits angekündigt ihrem EE-Netzwerk in "gewohnter Art und Weise Beteiligungsmöglichkeiten einzuräumen".
Dabei würden Alterric und die Stadtwerke AG vertrauensbildend voraussichtlich rund 50 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Projektgesellschaft im Eigentum behalten. Ebenfalls ausgebaut hat die Stadtwerkegruppe das Geschäftsfeld Immobilienwirtschaft mit Fertigstellung der Waldhorn Apartments mit 135 Wohneinheiten. Die Anlage sei aktuell nahezu ausgebucht, heißt es.
So entwickelte sich der Energieabsatz
Insgesamt wurden deutschlandweit 2,13 Mrd. kWh (2019: 2,22 Mrd. kWh) Strom abgesetzt. Der Stromabsatz im eigenen Netzgebiet in Heidenheim lag zum Vergleich bei etwa 196,7 Mio. kWh. Außerdem wurden bundesweit 3,01 Mrd. kWh (2019: 3,26 Mrd. kWh) Gas abgesetzt. Zum Vergleich, in den eigenen Gasnetzen lag der Absatz bei 925,0 Mio. kWh.
Die jährlichen Schwankungen bei Strom- und Gasabgabe sind laut Unternehmensangaben im Wesentlichen durch Absatzveränderungen im Energiehandel bedingt. Während im Strombereich die Corona-Pandemie für Absatzrückgänge bei den Industrie- und Gewerbekunden sorgte, wurde der Gasgroßhandel von den wärmeren Temperaturen in den Wintermonaten beeinflusst. Im Jahr 2020 wurden 15 Stadtwerke bzw. Energieversorger mit (Teil-)Energielieferungsverträgen von Heidenheim aus bedient.
Investitionen in Wachstumsfelder
„Mit unseren wesentlichen neuen Geschäftsfeldern internationaler Energiehandel, bundesweiter Energievertrieb, Dienstleistungen für Energieversorger, Ausbau Erneuerbarer Energien sowie Immobilienwirtschaft setzen wir weiterhin auf Wachstum und investieren in die erfolgreiche Zukunft unseres Konzerns“, fasst Vorstand Dieter Brünner zusammen.
Die Stadt Heidenheim erhält als alleinige Aktionärin eine Dividende von 3,2 Mio. Euro, außerdem wurden die Gewinnrücklagen des Konzerns mit rund zwölf Mio. Euro gestärkt. (hoe)


