Zum 1. Januar 2021 passt die EnBW die Grundversorgungspreise für Wärmestrom (Haushalte mit Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung) und Gas den aktuellen Marktentwicklungen an.

Zum 1. Januar 2021 passt die EnBW die Grundversorgungspreise für Wärmestrom (Haushalte mit Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung) und Gas den aktuellen Marktentwicklungen an.

Bild: © EnBW

Der Insolvenzverwalter des angeschlagenen Biomethanhändlers BMP Greengas hat in der vergangenen Woche einen mit 13. November datierten Insolvenzplan an seine Gläubiger verschickt.

In dem lang erwarteten Plan, der der ZfK-Redaktion vorliegt, ist auch die Höhe des Übernahmeangebots des Energiekonzerns EnBW genannt. Dieses war Gegenstand des Finanzierungsplans, den das Unternehmen im Oktober vorgestellt hatte und beläuft sich auf 120. Mio. Euro.

Der Vorschlag der EnBW ist auch das "einzige verbindliche Angebot", das die Insolvenzverwalter erhalten haben. Zuletzt war noch von drei möglichen weiteren Interessenten die Rede. "Im betreffenden Fall rechnen wir nicht damit, dass bis zum Erörterungs- und Abstimmungstermin am 12.12.2023 weitere bindende Angebote eingehen", erläuterte eine Sprecherin der Insolvenzverwaltung auf Anfrage der ZfK. Damit stehen die Chancen gut, dass EnBW das Rennen um die Anteile von BMP Greengas machen wird.

Planquote bei 19,05 Prozent

Neben dem Angebot trieb auch die Frage der Insolvenzquote die Branche um. Die Gesellschaft erwarte, "dass die zurückgestellten Beträge an die Gläubiger ausgekehrt werden können und geht somit von einer rechnerischen Planquote von mindestens 19,05 Prozent auf die rechtskräftig festgestellten Forderungen aus", heißt es im Insolvenzplan.

Sein Ziel sei es, "das Insolvenzverfahren im Rahmen eines Abstimmungstermins mit allen Gläubigern zu beenden und BMP als nachhaltig saniertes Unternehmen wieder regulär am Markt agieren zu lassen", so der Insolvenzverwalter weiter.

Dem Karlsruher Konzern EnBW gehört die Gesellschaft Erdgas Südwest. In ihrem Besitz ist wiederum der nun insolvente Biomethanhändler BMP Greengas. Auch wenn die Experten das Rettungsangebot der EnBW höher als zunächst erwartet bewerten, bleiben die Gläubiger auf dem Großteil ihres finanziellen Schadens sitzen. Wegen der besonderen Unternehmenskonstellation bleibt deshalb die Frage offen, warum EnBW nicht früher für die "Enkeltochter" eingesprungen ist, um so die Kunden von BMP Greengas vor einem enormen finanziellen Schaden zu bewahren.

Sammeklage gegen EnBW steht im Raum

Die Gründe für die Insolvenz wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die drastisch gestiegenen Beschaffungskosten für Biomethan lassen viele Gläubiger nur bedingt gelten. Obwohl einige Gläubiger die Angelegenheit eher pragmatisch betrachten, ist der Unmut groß. Auch eine Sammelklage gegen EnBW steht im Raum.

Spöttisch gratulierte der EnBW etwa Hendrik Dönnebrink, Geschäftsführer der Medl GmbH aus Mülheim an der Ruhr. Sein Unternehmen könnte auf einem Millionenbetrag sitzen bleiben. "Glückwunsch an EnBW. Ein Staatskonzern, der sich für einen Milliardengewinn feiern lässt, hat auf Kosten der Gläubiger ein Unternehmen saniert, das er selbst – zumindest indirekt – ‘an die Wand‘ gefahren hatte", sagte Dönnebrink im Gespräch mit ZfK.

Für 120 Mio. Euro übernehme EnBW, auf Kosten der Gläubiger, die auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag zur BMP-Sanierung verzichten müssen, ein saniertes und zukunftsfähiges Unternehmen. Diese vermeintliche Rettung sei ein klarer Fall von "missbräuchlicher" Ausnutzung des Insolvenzrechts. (am)

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