Der süddeutsche Verteilnetzbetreiber Bayernwerk hat Jura Power, der die Energiemarke Jurastrom vertreibt, den Netznutzungsvertrag und den Netzzugang gekündigt. Das bestätigte das Unternehmen auf ZfK-Anfrage. Zuvor hatte das Portal "www.Verbraucherhilfe-Stromanbieter.de" von dem Vorgang erfahren.
Jura Power habe vertragliche Vereinbarungen nicht erfüllt, begründet Bayernwerk diesen Schritt. 500 Kunden seien im Netzgebiet betroffen. Sie fielen in die Ersatzversorgung der jeweiligen Grundversorger. Weitere Details nannte das Unternehmen nicht. Eine schriftliche ZfK-Anfrage ließ Jura Power vorerst unbeantwortet. Bayernwerk ist nach eigenen Angaben größter Regionalnetzbetreiber Bayerns.
Solche Kündigungen "keine Seltenheit"
Bereits im Juni hatte der Leipziger Verteilnetzbetreiber Netz Leipzig Jura Power den Lieferantenrahmenvertrag Strom gekündigt. Jurastrom wies damals auf ZfK-Nachfrage darauf hin, dass solche Kündigungen gerade in Post-Corona-Zeiten und in einem sowieso schon stark sensibilisierten Energiemarkt "keine Seltenheit" darstellten.
"Auch wir sind als ganzheitlicher Energieversorger nicht von den Auswirkungen der Coronapandemie im laufenden Geschäftsbetrieb verschont geblieben. Fakt ist: Jura Power war zu keinem Zeitpunkt von Zahlungsunfähigkeit bedroht."
Bilanzkreisverträge weiter gültig
Im vergangenen Dezember hatte zudem Verteilnetzbetreiber Dortmunder Netze Jurastrom den Netzzugang entzogen. Wenig später wurde die Sperre jedoch wieder aufgehoben, wie eine Dortmunder-Netze-Sprecherin mitteilte. (Die ZfK berichtete.)
Nach ZfK-Recherchen waren Bilanzkreisverträge von Jura Power mit den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern Tennet, Amprion, Transnet BW und 50 Hertz Stand Mittwochvormittag weiterhin gültig.
Jurastrom hatte inmitten extrem steigender Großhandelspreise im vergangenen November von Festpreis- auf variable Tarife umgestellt. (aba)



