Über 50 Prozent der befragten Unternehmen erwarten bis Ende 2025 in zumindest einem ihrer grünen und nachhaltigen Geschäftsbereiche ein jährliches Umsatzwachstum von über 10 Prozent.

Über 50 Prozent der befragten Unternehmen erwarten bis Ende 2025 in zumindest einem ihrer grünen und nachhaltigen Geschäftsbereiche ein jährliches Umsatzwachstum von über 10 Prozent.

Bild: © Digital Vision Lab/AdobeStock

Ab diesem Jahr müssen Banken nachweisen, wie nachhaltig respektive klimaneutral ihr Kreditportfolio ist. Auch kleinere und mittlere Stadtwerke sahen sich deshalb in den vergangenen Monaten immer wieder mal mit punktuellen, aber konkreten Nachfragen nach bestimmten Energiedaten oder zur Nachhaltigkeit ihrer Geschäftstätigkeit konfrontiert.

„Kleinere Stadtwerke reagieren da zum Teil noch sehr emotional, es kommt da durchaus gelegentlich zu kontroversen Diskussionen bis hin zur Weigerung, entsprechende Daten zu liefern“, hieß es jüngst bei der VKU-Finanzierungskonferenz Ende November in Frankfurt am Main. Der Grund: Gerade kleinere Unternehmen verfügen nicht über die notwendige Datenqualität und fühlen sich von der Flut an neuen regulatorischen Vorgaben erdrückt.

Große Banken fragen schon länger nach Nachhaltigkeitsdaten

Der Tenor der Bankenbranche lautete damals deshalb: „Es ist noch viel Überzeugungsarbeit von unserer Seite nötig. Unstrittig ist aber, dass wir auch von Kommunalversorgern, die nicht unter die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung fallen, künftig entsprechende Daten benötigen werden“.

Die großen Banken (Landesbanken, Förderbanken, deutsche Großbanken) fragen hingegen seit Ende 2022 bei Investitionen nach Nachhaltigkeitsthemen. So gebe es durchaus die eine oder andere Bank die dann sage: „Dieselbusse werden nicht mehr finanziert!“. Die europäische Investitionsbank (EIB) finanziere sogar nur noch „dunkelgrüne“ Investitionen, berichtet ein Finanzverantwortlicher aus der Energiewirtschaft auf Anfrage.

KfW-Mittelstands-Barometer: Bedarf dürfte zunehmen

Das aktuelle KfW-Mittelstandspanel zeigt auf, dass es je nach Unternehmensgröße aktuell eine sehr unterschiedliche Betroffenheit beim Thema Nachhaltigkeitsinformationen gibt. Im Segment der größeren Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigten wurde bereits fast jeder zweite auf das Thema Nachhaltigkeit angesprochen.

Im Verarbeitenden Gewerbe war es ebenfalls rund jedes vierte KMU. Insgesamt wurde aber nur bei jedem sechsten mittelständischen Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in den Bankenanfragen adressiert.

Branche fordert einheitlichen Datenstandard

Mit dem fortschreitenden Implementierungsprozess von regulatorischen Vorgaben dürfte der Bedarf der Finanzinstitute an Nachhaltigkeitsinformationen in den kommenden Jahren weiter steigen. „Auch kleinere und mittlere Unternehmen werden sich zukünftig stärker mit ihrem Nachhaltigkeitsprofil auseinandersetzen und entsprechende Informationen und Daten strukturiert erfassen müssen – auch wenn sie selbst direkt keiner regulatorischen Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung unterliegen“, prognostiziert die KfW.

KMU müssten damit rechnen, künftig häufiger Daten wie Quoten für die EU-Taxonomiekonformität, Verbrauchsdaten (Wasser, Strom), CO2-Emissionsdaten, Angaben zur Nachhaltigkeitsstrategie oder Analysen physikalischer Klimarisiken bereitstellen zu müssen.

Da aktuell viele Banken ganz unterschiedliche Daten abfragen, fordert die Branche hier künftig einen einheitlichen Datenstandard mit Augenmaß, der den zusätzlichen Arbeitsaufwand für Stadtwerke in einem zu bewältigenden Rahmen hält.

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Themen rund um die Ausweitung der Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, zu den Datenanforderungen der Banken, aber auch zu Best-Practice-Beispielen aus der Branche rund um Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsstrategien stehen im Mittelpunkt der zweiten ZfK-Nachhaltigkeitskonferenz. Wann? Am 17. Juni in Berlin. Weitere Informationen finden Sie hier.

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