Von Artjom Maksimenko
Zum Jahreswechsel verlassen etwa 40 Beschäftigte den Münchener Biomethanversorger Landwärme. Damit reduziert sich die Belegschaft des angeschlagenen Unternehmens auf 100. Als Grund nannte die Unternehmenssprecherin die Neubesetzung der Schwerpunkte. So werde Landwärme beispielsweise aus dem Bereich THG-Quote aus Strom aussteigen.
Auch in weiteren Segmenten werde es zu Anpassungen kommen, hieß es weiter. Die Details seien dabei "Gegenstand der Verhandlungen mit dem Investor", hieß es aus München weiter. Das operative Geschäft werde stabil weitergeführt, versicherte die Sprecherin.
Dreistelliger Millionenschaden?
Offen bleiben weiterhin die Fragen nach dem Erfüllungsstand bei den Verträgen und Lieferungen. Nach eigenen Angaben hat Landwärme lediglich in wenigen Fällen die Belieferung eingestellt, "etwa wenn nicht Kunden nicht gezahlt haben oder im Zuge der angekündigten Neuordnung unseres Vertragsportfolios". Infolge des Eigenverwaltungsverfahrens habe es hingegen keine weiteren Einstellungen der Biomethanlieferungen vorgenommen.
Aus der Branche sind hingegen auch andere Töne zu vernehmen. Branchenstimmen berichten aktuell von einem Gesamtschaden von rund 300 Millionen Euro, die die Insolvenz von Landwärme nach sich zog. Der Betrag würde zwar nicht an die Schadenshöhe bei der Insolvenz von BMP Greengas, eines weiteren Biomethanhändlers, heranreichen. Allerdings ist auch diese Insolvenz ein schwerer Schlag gegen die heimische Biogasbranche. Diesen Betrag wollte die Unternehmenssprecherin nicht kommentieren.
Der Biomethanversorger Landwärme hatte im August bei dem Amtsgericht Berlin einen Insolvenzantrag gestellt. Gemeinsam mit seiner Muttergesellschaft LW Capital hat das Unternehmen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Rund zwei Monate später folgte auch der Insolvenzantrag der Landwärme-Servicetochter.



