Ab 2025 wollen die Stadtwerke München so viel Ökostrom produzieren, wie ganz München verbraucht. Ein wesentlicher Baustein hierbei sind Beteiligungen an großen Offshore-Windparks, wie Global Tech I, in der südlichen Nordsee.

Ab 2025 wollen die Stadtwerke München so viel Ökostrom produzieren, wie ganz München verbraucht. Ein wesentlicher Baustein hierbei sind Beteiligungen an großen Offshore-Windparks, wie Global Tech I, in der südlichen Nordsee.

Bild: © Stadtwerke München

Die andauernden Belastungen durch die Coronapandemie, das schwache Windjahr und die Belastungen durch die massiv gestiegenen Energiepreise haben deutliche Spuren im Ergebnis der Stadtwerke München (SWM) hinterlassen. Das operative Ergebnis (Ebit) im Geschäftsjahr 2021 ging um über ein Drittel auf 260 Mio. Euro zurück (2020: 414 Mio.). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 13 Prozent auf 789 Mio. Euro (2020: 905 Mio. Euro).

Die teils drastisch gestiegenen Preise im Großhandel und an den Börsen ließen hingegen den Umsatz um über zehn Prozent auf 8,3 Mrd. Euro klettern.

 

An die Landeshauptstadt München wird der größte deutsche Kommunalkonzern wieder die vertraglich vereinbarte Dividende von 100 Millionen Euro ausschütten. Im vergangenen Jahr musste die Stadt auf diesen Ergebnisbeitrag der SWM verzichten, eine hohe Wertberichtigung im Gasfördergeschäft hatte im Geschäftsjahr 2020 trotz eines mittleren, dreistelligen positiven Ebits unterm Strich für einen Konzernverlust gesorgt.

SWM-Chef Bieberbach: "Wollen Investitionskurs fortsetzen"

Belastet wurde das aktuelle Ergebnis für 2021 zudem von dem zusätzlichen Personal- und Investitionsbedarf für die Energie, Wärme- und Mobilitätswende in München und der coronabedingten Verzögerung bei der Realisierung zentraler Projekte, wie der Modernisierung der Gas- und Dampfturbinen am Energiestandort München, heißt es in der Pressemitteilung.

 „In einem schwierigen Umfeld hat unser operatives Ergebnis deutlich gelitten. Dennoch haben wir weiter kräftig in unsere Zukunftsprojekte für die Energie-, Wärme- und Verkehrswende investiert“, kommentierte Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung. Diesen Kurs möchten er und das Unternehmen fortsetzen, benötigten dafür aber noch bessere Rahmenbedingungen aus der Bundespolitik, insbesondere für die Wärme- und die Verkehrswende.

"Versorgungssicherheit steht an erster Stelle"

Ihr hohes Investitionsniveau haben die die Stadtwerke München mit 1,11 Mrd. Euro (2020: 1,23 Mrd.) auch im vergangenen Jahr gehalten. Der Fokus reicht dabei von erneuerbaren Energien über Heizkraftwerke, Energie- und Wassernetze bis hin zu Mobilität und Telekommunikation (Glasfasernetz). In ihre Zukunftsprojekte werden die SWM laut Wirtschaftsplan bis 2025 allein weitere 4,5 Milliarden Euro in Sachanlagen investieren.

Ein Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gestaltet sich aufgrund des Ukrainekriegs und seiner Auswirkungen auf die Energiemärkte schwierig. Für das kommunale Unternehmen stehe die Versorgungssicherheit an erster Stelle, heißt es. Diese sei aktuell auch gewährleistet. Dennoch bestünden einige Unsicherheiten angesichts „der unklaren Perspektiven und der weiter steigenden Energiepreise“. Deshalb habe das Unternehmen erst vor kurzem „mit Bedauern“ die bereits beschlossene Umstellung des Kohleblocks im Heizkraftwerk Nord auf Gasbetrieb um ein Jahr verschoben. (hoe)

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