Auf der Onlineplattform "Zero Waste München" sind alle Aktivitäten gebündelt, an denen die Münchner Bürger mitwirken können.

Auf der Onlineplattform "Zero Waste München" sind alle Aktivitäten gebündelt, an denen die Münchner Bürger mitwirken können.

Bild: © Sina Ettmer/AdobeStock

Die Energiekrise hat die Stadtwerke München (SWM) stark gefordert. Vor allem die teils drastisch gestiegenen Preise im Großhandel und an den Börsen für Strom und Erdgas seien Grund dafür, dass der Konzernumsatz auf 10,6 Milliarden Euro im Jahr 2022 gestiegen ist (2021: 8,3 Mrd. Euro), erklärten die SWM.

"Die SWM haben viel getan, um weniger vom Gas abhängig zu sein: Wir haben die Energieproduktion durch die Ersatzbrennstoffe Kohle und Heizöl auf ein breiteres Fundament gestellt, den eigenen Verbrauch reduziert und die Erneuerbaren weiter ausgebaut", sagt Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung.

Die Ergebnisse erreichtem nach einem schlechten Corona-Jahr 2021 "immerhin wieder ein befriedigendes Niveau". Das EBIT (das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft) läge mit 455 Millionen Euro im langjährigen Durchschnitt.

Erfreulich sei für den Konzern, dass sich der ÖPNV und die Bäder nach den Corona-Jahren wirtschaftlich erholten und ihren Umsatz steigerten, wenn auch noch nicht auf Vor-Corona-Niveau.

Geringere Gewinnausschüttung an Eigentümer

Mit der Landeshauptstadt München, Eigentümerin der SWM, ist grundsätzlich eine jährliche Gewinnausschüttung von 100 Millionen Euro vereinbart. Dieses Ergebnis sei 2022 nicht erreicht worden. Die Stadtwerke München GmbH, deren Ergebnis nach Steuern (EAT) für die Ausschüttung maßgeblich ist, hat 2022 ein EAT von 74 Millionen Euro erwirtschaftet.

Aus diesem Grund könnten die SWM auch nur 74 Millionen Euro an die Landeshauptstadt München abführen. Immerhin würden zusammen mit Gewerbesteuer und Konzessionsabgaben 242 Millionen Euro von den SWM in den Haushalt der Landeshauptstadt fließen und damit etwas mehr als im Vorjahr (231 Mio. Euro). Zudem trügen die SWM strukturelle Verluste der Bäder sowie neben der Landeshauptstadt auch die der Mobilität.

Weiter "hohe Investitionen in die Zukunft Münchens"

Die Investitionen der SWM lagen in 2022 bei 767 Millionen Euro (2021: 1,1 Milliarden). Die Investitionstätigkeit betrifft demnach weiterhin alle Unternehmensbereiche: erneuerbare Energien, Heizkraftwerke, Energie- und Wassernetze, Mobilität (Infrastruktur und Fahrzeuge) und Telekommunikation (Glasfasernetz). In Summe würden die SWM nach jetziger Planung in die Zukunft Münchens bis 2026 allein in Sachanlagen weitere 5,3 Milliarden Euro investieren.

Im vergangenen Jahr eröffneten die Müncher unter anderem einen E-Bus-Betriebshof. "Wir haben die Grundlage für die Elektrifizierung unserer Busflotte gelegt – ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zur Verkehrs- wende", so Florian Bieberbach. "Die hohen Investitionen, die für all das nötig sind, konnten wir trotz massiv gestiegener Kosten in einer Ausnahmesituation stemmen."

Energiepreise werden 2023 gesenkt

Auch das laufende Geschäftsjahr bewerten die Müncher kritisch. Aufgrund der volatilen Energiepreise und der Inflation bestehe große Planungsunsicherheit. Dies werde sich aus jetziger Sicht vor allem in den Bereichen Handel/Erzeugung sowie Vertrieb zeigen. Darüber hinaus bliebe das Problem der Gasknappheit vor allem bei längeren Kälteperioden bestehen.

Zur Entlastung ihrer Kund:innen haben die SWM im April 2023 die Strompreise gesenkt. Eine weitere Entlastung durch Energiepreissenkungen im Jahr 2023 werde vorbereitet. Diese Maßnahmen werden das operative Ergebnis im Vertrieb negativ beeinflussen. (pfa)

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