Den Vorstand von Naturstrom bilden (v.l.) Sophia Eltrop, Kirsten Nölke und Oliver Hummel.

Den Vorstand von Naturstrom bilden (v.l.) Sophia Eltrop, Kirsten Nölke und Oliver Hummel.

Bild: © Naturstrom

Naturstrom hat im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss von 22,2 Mio. Euro im Einzelabschluss erwirtschaftet, in der Unternehmensgruppe lag das Ergebnis bei 33,2 Mio. Euro – in beiden Fällen ist es eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

"Mit dem Ergebnis und auch insgesamt mit unserem Abschneiden im Jahr 2023 sind wir sehr zufrieden", kommentiert Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender von Naturstrom.

Den Gewinn nutzt das Unternehmen auch, um das Eigenkapital von 72 Mio. Euro auf 109 Mio. Euro zu erhöhen. "Dazu muss man sagen, dass 16 Mio. auch zu Mitgesellschaftern gehören und wir auch noch eine Ausschüttung planen", erklärt der CEO. "Insgesamt gibt uns die Eigenkapitalerhöhung Rückendeckung, um das Investitionsvolumen zu erhöhen."

Dazu steht der Ausbau der eigenen EE-Anlagen und die Vorbereitung auf den zunehmend dynamischen Energiemarkt an, etwa mit der Entwicklung von neuen Produkten. Für neue Erzeugungsanlagen werde derzeit immer ein Batteriespeicher mitgeplant.

Dynamische Tarife: "Herzensangelegenheit"

"Der dynamischer Tarif ist für uns eine Herzensangelegenheit, das ist ein großer Ansatz zum Gelingen der Energiewende", erklärt Kirsten Nölke, Vorständin mit Schwerpunkt Energiebelieferung. Allerdings sei das aktuelle Produkt „nicht sonderlich innovativ oder anders als andere Unternehmen, das machen“, aber Naturstrom habe den Tarif selbstständig umgesetzt und nicht auf eine White-Label-Lösung zurückgegriffen.

Im Moment seien die dynamischen Tarife ein absolutes Nischenthema, da die intelligenten Messsysteme noch nicht ausreichend verbreitet sind. "Wir gehen davon aus, dass sich dies nicht in den nächsten Monaten, aber Jahren ändern wird", sagt Nölke.

Als eine Art "Brückenlösung", die keinen Smart Meter benötigt, biete Naturstrom "Naturstromflex" an. Der Tarif ändert den Preis monatlich entsprechend der Börsenpreise. Beim regionalen Angebot des Tarifs in Franken ("Frankenflex") ist der Preis nach oben gedeckelt.

Im Rahmen seiner dynamischen Tarife agiert Naturstrom auch als Messtellenbetreiber, ein Geschäft sieht das Unternehmen hier aber nicht. "Das wäre nur schwer wirtschaftlich darstellbar, da das Geschäft hier über Masse geht", sagt Nölke. Zudem sei es ein sehr kleinteiliges Geschäft.

Stabile Kundenbasis

Naturstrom konzentriert sich in seinem Geschäft auf Privatkunden. Von den 323.000 Kunden sind nur 20.000 Geschäftskunden (400 Mio. MW Stromabsatz).

"Die Direktvermarktung ist für uns kein Selbstzweck, wir wollen uns weiterhin im Bereich 1 Gigawatt bewegen und somit im Gleichklang mit unserem Stromabsatz an die Kunden sein", erklärt Hummel. Einen wesentlichen Ausbau des Portfolios strebt Naturstrom also nicht an.

Epex Spot-Schock kostet

Den Fehler bei der Strombörse Epex Spot, der die Preise kürzlich in die Höhe schießen lies, habe das Naturstrom nach erster Einschätzung unter 100.000 Euro gekostet, erklärte der Vorstand. „Es war reine Glückssache ob man im Einkauf profitiert oder nicht“, erklärt Hummel. Bisher plane man keine Schadensersatzforderungen.

Kapitalerhöhung Ende des Jahres

Vorstand Hummel erklärte zudem, dass die Naturstrom AG für Ende des Jahres eine Kapitalerhöhung plane. (pfa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper