Die Stadtwerke Heidelberg werden ihren Notfallfonds „aktion nähe“ erhöhen. Mit diesem werden seit Jahren bereits Privatkunden unterstützt, die in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Nachdem die Gesamtsumme in diesem Jahr bereits von 50.000 auf 200.000 Euro erhöht worden war, wird sie im kommenden Jahr nochmals auf dann 300.000 Euro aufgestockt. Dafür hatte der Aufsichtsrat des kommunalen Unternehmens vergangene Woche grünes Licht gegeben. Der Beschluss erfolgte wenige Tage bevor die Bundesregierung einen Gaspreisdeckel beschlossen hat. Dieser wird den Kostenanstieg wohl mindern, massive Kostensteigerungen zeichnen sich aber dennoch ab.
Den Fonds haben die Stadtwerke Heidelberg nach eigenen Angaben bereits vor vielen Jahren gemeinsam mit der Stadt Heidelberg und der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Heidelberg eingeführt: Mit diesem Instrument habe man bereits die wirtschaftliche Situation vieler Menschen in der Wirtschaftskrise 2008/2009 verbessern können, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Voraussetzung, um den Fonds in Anspruch nehmen zu können, ist, dass jemand in finanzieller Notlage ist und Schulden hat. Der Antragssteller muss eine professionelle Schuldnerberatung absolvieren. Durchgeführt wird sie von einem der freien Wohlfahrtsverbände, dort wird dann auch die Entscheidung gefällt, wer Mittel aus dem Fonds erhält“, teilt eine Sprecherin der Stadtwerke Heidelberg auf Anfrage mit.
Stadtwerke München starten Energiesparkampagne
Am nachhaltigsten Energiekosten senken kann der Kunde nach Ansicht der Stadtwerke Heidelberg aber weiterhin durch das Einsparen von Energie. Deshalb hat das Unternehmen gemeinsam mit der Stadt und der Energieberatungsagentur KLiBA die Energiespar-Kampagne #damitsfürallereicht ins Leben gerufen. Um den hohen Beratungsbedarf rund um dieses Thema möglichst effizient abdecken zu können, seien zudem Webinare geplant, auch zu alternativen Energien.
Mit ihrer neuen Kampagne „Jede Kilowattstunde zählt!“ wollen auch die Stadtwerke München (SWM) Anreize zum Gas- und Stromsparen setzen. Privatkunden, die Gas oder Strom sparen, erhalten hierfür eine Prämie – je mehr sie einsparen, desto höher die Prämie.
Die Aktion läuft vom 5. Oktober bis zum 15. Dezember. Teilnehmen können alle Privatkunden, die einen SWM Strom- bzw. Erdgasvertrag haben und von den SWM eine Rechnung zugeschickt bekommen.
SWM-Chef Bieberbach: "Niemand soll wegen Zahlungsschwierigkeiten frieren müssen"
Und so funktioniert es: Die nächste Jahresrechnung wird mit der zurückliegenden verglichen. Liegt die Einsparung bei mehr als 10 Prozent, winkt eine Prämie von 50 Euro. Liegt sie bei mindestens 20 Prozent, gibt es 100 Euro.
Besonders sparsame Haushalte, deren Energieverbrauch bereits im Bereich des geringen Verbrauchs liegt, erhalten eine Sofortprämie von 50 Euro, da eine weitere Reduzierung des Energieverbrauchs unrealistisch sei, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Uns ist bewusst, dass die steigenden Energiekosten für alle Haushalte eine Belastung darstellen, für einige sogar eine bedrohliche. Kundinnen und Kunden, die finanzielle Schwierigkeiten haben oder in Zahlungsverzug kommen, sollen bitte umgehend Kontakt zum SWM Kundenservice aufnehmen. Gemeinsam finden wir eine Lösung, wie etwa einen Ratenplan oder eine Verschiebung des Zahlungstermins. Es soll niemand wegen Zahlungsschwierigkeiten frieren müssen“, versicherte SWM-Chef Florian Bieberbach. Der Kommunalversorger habe vor geraumer Zeit zudem seine kostenfreie Energiesparberatung für Haushalte mit geringem Einkommen intensiviert. Weiterhin stelle man einen Wärmefonds in Höhe von 20 Millionen Euro zur Verfügung, der konkret den am stärksten von den steigenden Preisen betroffenen Menschen unter die Arme greifen soll.
Stadtwerke Duisburg zahlen Gassparbonus
Die Stadtwerke Duisburg wollen das Gassparen ihrer Kunden mit einem Bonus von bis zu 300 Euro fördern. Davon profitieren können alle Erdgaskunden, die ihren Gasverbrauch um mindestens 20 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres reduzieren konnten. Dazu muss der Gaszählerstand zwischen dem 4. und 31. Oktober im Onlineservice erfasst werden, die zweite Erfassung erfolgt im Zeitraum vom 5. bis 30. April 2023. Alle Teilnehmenden, die ihren Verbrauch um mindestens 10 Prozent reduzieren konnten, erhalten von den Stadtwerken einen Gasspar-Bonus in Höhe von 150 Euro.
Bielefeld: Stadtwerke zeigen Einzelhändlern, wo die Energiefresser sitzen
Energieeinsparungen beim Einzelhandel sind hingegen das vorrangige Ziel eines kostenlosen Energie-Checks, den die Stadtwerke Bielefeld seit kurzem für die Kaufmannschaft Altstadt anbietet. Experten des Kommunalversorgers überprüfen, wo in Geschäften, Lokalen und Büros die Energiefresser sitzen und mit welchen Maßnahmen Händler, Gastronomen, Dienstleister und andere Mitglieder Energie sparen können. Nach Abschluss des rund 45-minütigen Checks erhalten die Geschäfte ein Beratungszertifikat und einen Aufkleber mit dem Siegel: „Bielefeld spart Energie: Wir machen mit!“. (hoe)



