Peter Grabowsky wird im April neuer Geschäftsführer bei den Stadtwerken Oranienburg.

Peter Grabowsky wird im April neuer Geschäftsführer bei den Stadtwerken Oranienburg.

Bild: © Stadt Oranienburg

Die Stadtwerke Oranienburg wollen ihren Vertrieb neu justieren. Die ZfK-Frage, ob der bundesweite Vertrieb dann noch einen ähnlich großen Stellenwert bei den Stadtwerken einnehmen würde wie in der Vergangenheit, verneinte Geschäftsführer Peter Grabowsky am Rande einer Veranstaltung zu kommunaler Wärmeplanung.

Die Stadtwerke würden sich sicherlich stärker auf den regionalen Markt fokussieren, sagte er. Als Schwerpunkte nannte er Oranienburg und Umgebung. „Alles Weitere werden wir uns [dieses Jahr] anschauen, wenn wir das ganze Bürokratiemonster der Preisbremsen abgewickelt haben.“

Der Manager Alireza Assadi leitete die Stadtwerke von 2012 bis 2022 und stieg mit dem Kommunalunternehmen in den bundesweiten Strom- und Gasvertrieb ein.

Auch in ihrer Vita unterscheiden sich die beiden Chefs: Assadi hatte vorher ausschließlich in der Privatwirtschaft gearbeitet, etwa beim bundesweiten Energieanbieter Teldafax.

Grabowsky hingegen kommt von den Stadtwerken Iserlohn in Nordrhein-Westfalen, wo er Beschaffung und Vertrieb leitete. Zuvor war er lange für EnBW und die Stadtwerke Düsseldorf tätig.

Trend geht gegen überregionalen Vertrieb

Die Stadtwerke Oranienburg sind mit ihrer Zurückhaltung im Bundesgeschäft in der kommunalen Familie nicht allein. Die Stadtwerke Osnabrück und Düsseldorf hatten sich während der Energiekrise aus dem bundesweiten Strom- und Gasvertrieb zurückgezogen.

Auch die Stadtwerke Flensburg, die sich sechs Jahre lang in den bundesweiten Gasvertrieb gewagt hatten, stiegen Ende 2022 wieder aus. Es sei eine Herausforderung, Händler zu finden, die Lieferverpflichtungen ohne erhebliche Sicherheitszuschläge eingingen. Zudem sei der Markt im Moment zu volatil, hieß es damals von den Stadtwerken Flensburg. Den bundesweiten Stromvertrieb behält Flensburg aber weiterhin bei.

Geschäft half Oranienburg in der Krise

Prinzipiell sei es in der Energieversorgung eine gute Idee, sein Portfolio zu vergrößern, meint der Oranienburger Stadtwerkechef, Peter Grabowsky. „Wenn ich mehr Energiemengen handle, bin ich deutlich flexibler und besser in der Lage, bestimmte Situationen abzufedern. Da hat uns das bundesweite Geschäft auch geholfen, gerade diese Krise zu überstehen.“

Er habe das Geschäft viele Jahre gemacht und wisse, wo die Chancen und Risiken steckten. „Man muss sich zukünftig einfach angucken, welche Kundengruppen wir mit welchen Produkten erreichen wollen.“

„Wir sind auf gar keinen Fall als Billiganbieter unterwegs“, sagt Grabowsky. Die Stadtwerke müssten im Vertrieb daher auf Qualität setzen. „Deswegen kann ich mir durchaus vorstellen, dass wir eher in den Bereich Brandenburg gehen, also da, wo die Marke Oranienburg einfach bekannter ist.“ (pfa)

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