Guntram Pehlke, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe in Nordrhein-Westfalen

Guntram Pehlke, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe in Nordrhein-Westfalen

Bild: © DSW21

Wie gut läuft es mit der Energiewende in Deutschland? Auf der digitalen VKU-Verbandstagung prallten am Dienstag, kurz nach zehn Uhr, zwei ziemlich gegensätzliche Standpunkte aufeinander.

Auf der einen Seite Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Verkünder der frohen Botschaft. "Wir haben einiges zu tun", sagte er. "Aber ich will auch sagen: Wir haben einiges erreicht."

Altmaier: "Es läuft und kommt gut voran"

Beispiel: Der Anteil erneuerbarer Energien am Strom habe sich in den vergangenen neun Jahren verdoppelt und liege nun bei 46 Prozent. Altmaiers Eindruck: "Es läuft und kommt gut voran." (Hier mehr zu Altmaiers Ausführungen.)

Auf der anderen Seite Guntram Pehlke, VKU-Vizepräsident sowie Chef der Dortmunder Stadtwerke DSW21, Verkünder der schlechten Botschaft. Er teile Altmaiers Wahrnehmung nicht, sagte er. "Es hakt an allen Ecken und Enden."

Pehlke: "Bundesebene hat nicht geliefert"

Hatte der Wirtschaftsminister zuvor an die Verantwortung der Kommunen appelliert, nahm Pehlke den Bund in die Pflicht. Dieser müsse die Rahmendaten so setzen, dass die Windenergie ausgebaut und auch Repowering betrieben werden könne, mahnte er.

"Wenn diese Rahmendaten passen, sind wir kommunalen Unternehmen die Ersten, die investieren, Windparks bauen, Photovoltaik in den Städten weiterentwickeln, sich auch mit Wasserstoff auseinandersetzen. Aber hier hat die Bundesebene nicht geliefert."

Wasserstoff: "Förderkulisse des Bundes umstellen"

Auch Altmaiers Pläne, ein neues Wasserstoffnetz aufzubauen, wies der VKU-Vizepräsident zurück. Das sei eine "volkswirtschaftliche Fehlallokation", erwiderte er. Pehlkes Vorschlag: "Wir müssen das vorhandene Gasnetz auch für neue Gase und in nächster Stufe für Wasserstoff nutzen."

Deutschland brauche zudem eine Wasserstoffstrategie, die mehr regionale und dezentrale Projekte fördere und nicht große Projekte ohne Nachfolgewirkung. "Auch hier muss die Förderkulisse des Bundes umgestellt werden, damit wir so schnell wie möglich in die Wasserstofftechnologie kommen", sagte Pehlke. Umso rascher gelinge dann der Ausstieg aus der Erdgastechnologie. (ab)

Siehe auch: Pehlke: "Wir werden Gas noch viele Jahre brauchen"

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper