War die größte bezuschlagte Anlage in der dritten Ausschreibungsrunde: das Kraftwerk Bergkamen in Nordrhein-Westfalen.

War die größte bezuschlagte Anlage in der dritten Ausschreibungsrunde: das Kraftwerk Bergkamen in Nordrhein-Westfalen.

Bild: © Steag

Dortmunds scheidender Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke geht davon aus, dass die Steag-Steinkohlekraftwerke in Herne und Bergkamen auch über den März 2024 im Einsatz sein werden. Das noch junge Kohlekraftwerk in Walsum soll bis Anfang des nächsten Jahrzehnts laufen. „Wir brauchen die Kohle als Brücken-Energie“, bekräftigte Pehlke in einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Selbst nach dem Kohleausstieg sei Steag mit Blick auf Kraftwerksstandorte nicht aus dem Geschäft. „Deutschland benötigt Gaskraftwerke. In Herne hat die Steag bereits ein Gaskraftwerk in Betrieb genommen. Weitere werden folgen“, so Pehlke. Die Kraftwerksstandorte der Steag seien Gold wert.

Ein Steag-Sprecher bestätigte auf ZfK-Anfrage, dass die Anlagen in Herne und Walsum, über das Frühjahr 2024 hinaus betrieben werden. Man gehe zudem davon aus, dass die saarländischen Kraftwerke Weiher 3 und Bexbach zumindest bis Ende März 2025 sowie die Anlage in Völklingen-Fenne und im nordrhein-westfälischen Bergkamen bis Ende Oktober 2024 weiter systemrelevant sein werden und somit für diese Zeit in der Netzreserve verbleiben.

Bis Juli sollen die Verkaufsverträge unterschrieben sein

Die kommunalen Gesellschafter der Steag wollen den Konzern bis Ende des Jahres verkaufen. Der Verkaufsprozess ist angelaufen, bis Juli sollen die Verkaufsverträge unterschrieben sein.

Geplant sind konkrete Verhandlungen mit vier bis sechs Interessenten

„Wir sind mit der Zahl der Kaufinteressenten sehr zufrieden“, ergänzte Bochums Stadtwerkechef Dietmar Spohn im Gespräch mit der WAZ. Aktuell werde im Rahmen der „Due Dilligence-Prüfung“ ein Datenraum eingerichtet, in dem potenzielle Käufer mehr als 30.000 Dokumente einsehen könnten. Geplant ist, mit vier bis sechs Interessenten in konkrete Verhandlungen einzutreten.

Bei den Interessenten sei „alles dabei, was in der Branche Rang und Namen hat“, versicherte Guntram Pehlke. Ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl des Käufers sei, dass die Interessen der Beschäftigten und die Sicherheit der Arbeitsplätze gewährleistet sei.

Der Verkaufsprozess wird von der Investmentbank Morgan Stanley organisiert. In den vergangenen Monaten wurden als mögliche Investoren der tschechische Energiekonzern EPH, Infrastrukturfonds, aber auch die RAG-Stiftung gehandelt.

320 Mio. Euro an Krediten der kommunalen Gesellschafter noch offen

Bis Ende des Jahres soll die Transaktion abgeschlossen sein. Die Stadtwerke Dortmund, Bochum, Duisburg, Essen, Dinslaken und die Energieversorgung Oberhausen hatten die Steag Anfang der 2010er Jahre für rund 1,2 Mrd. Euro erworben. Der Kauf erfolgte in größerem Umfang kreditfinanziert.

Rund 320 Mio. Euro an Krediten sind hier noch von der Kommunalen Verwaltungsgesellschaft GmbH (KSBG) zurückzahlen, in der KSBG sind die Anteile der Stadtwerke an der Steag gebündelt. Mitte Januar hatte sich Guntram Pehlke im ZfK-Interview optimistisch gezeigt, dass alle Verbindlichkeiten abgedeckt werden – „sowohl auf Ebene der Steag als auch auf Ebene der kommunalen Gesellschafter, sprich auf Ebene der Kommunalen Verwaltungsgesellschaft (KSBG)“. (hoe)

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