Nach der Stadt Bochum hat vor kurzem auch Düsseldorf seine restlichen RWE-Aktien verkauft. Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant die Veräußerung von rund einem Viertel seines großen Anteilspakets an dem Energiekonzern. Anders beim größten kommunalen RWE-Aktionär, der Stadt Dortmund. "Ich halte es für sehr erwägenswert, den Aktienbestand aufzustocken", erklärte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) jetzt im Gespräch mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Der Energiekonzern sei durch seine Neuaufstellung und dem Ziel, sich als international führender Ökostrom-Produzent zu profilieren, gestärkt und entwickle sich "fundamental weiter". RWE erfinde sich neu und habe ein riesiges Potenzial, so Sierau weiter. Dortmund hält 3,8 Prozent aller Anteile des Essener Konzerns.
Auch der drittgrößte RWE-Aktionär, die Stadt Essen mit 3,26 Prozent der Anteile, will an ihrem Engagement weiter festhalten. In Essen steht die RWE-Aktie mit 18,97 Euro in den Büchern. Nach Berechnungen des Kämmeres Gerhard Grabenkamp wäre es ein Minusgeschäft, den Erlös aus einem möglichen Verkauf zur Schildentilgung einzusetzen. Zudem entspricht die in Aussicht gestellte Ausschüttung von 80 Cent je Aktie einer attraktiven Dividendenrendite von 4,28 Prozent. Größter Aktionär von RWE ist laut dem Artikel die Investmentgesellschaft Blackrock mit 6,52 Prozent.
"Kommunen mittlerweile ein Aktionär wie jeder andere"
Unterm Strich sei der Einfluss der Kommunen bei RWE aber nicht mehr so bedeutend wie in der Vergangenheit, erklärt Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Die Kommunen seien mittlerweile "ein Aktionär wie jeder andere auch". (hoe)



