Das erste von insgesamt 90 Windrädern ist in der britischen Nordsee bereits in Betrieb gegangen. 2022 soll der RWE-Windpark dann komplett am Netz sein.

Das erste von insgesamt 90 Windrädern ist in der britischen Nordsee bereits in Betrieb gegangen. 2022 soll der RWE-Windpark dann komplett am Netz sein.

Bild: © RWE

Von Artjom Maksimenko

Norges Bank Investment Management erwirbt von RWE einen Anteil von jeweils 49 Prozent an dem 1,6-Gigawatt-Projekt Nordseecluster und an dem 1,1-Gigawatt-Projekt Thor. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt rund 1,4 Milliarden Euro, bezogen auf den Zeitpunkt des Abschlusses des Verkaufsprozesses. Der Vollzug der Transaktion stehe unter dem Vorbehalt üblicher behördlicher Freigaben und werde für Anfang des dritten Quartals 2025 erwartet, teilte RWE mit.

Den Strom wird der Energiekonzern langfristig vermarkten. Dies führe zu stabilen Erlösen und senke die Projektrisiken. Die Trennung von den Anteilen beider Megaprojekte passt also in die neue strategische Ausrichtung des Konzerns. Diese kündigte das Unternehmen bereits vor Wochen an. Als Reaktion auf die globalen politischen Herausforderungen will RWE nun alle anstehenden Investitionen mit Blick auf Risiken und Renditeaussichten kritisch zu überprüfen.

"Optimierung der Kapitalallokation"

Die Anteilsverkäufe an den Offshore-Windprojekten seien Teil der Strategie, "unsere Kapitalallokation zu optimieren", hieß es dazu aus Essen. "Indem wir Partner an Bord holen, teilen wir den Kapitalbedarf für Projekte im Bau und bieten unseren Partnern attraktive Beteiligungen." Auch ist der Verkauf ein Schritt zur Senkung der Risiken des Unternehmens. 

"Wir leben in unruhigen Zeiten", sagte Markus Krebber bei der Vorstellung der Konzernbilanz am 20. März. Zwar halte RWE weiter an seiner Strategie "Grow Green" fest. Doch als Konsequenz aus den herrschenden Unsicherheiten werde das Unternehmen seine Netto-Investitionen um zehn Milliarden Euro senken. Das bedeutet, dass von 2025 bis 2030 Investments in Höhe von 35 Milliarden, anstatt 45 Milliarden Euro, geplant sind.

Als Konsequenz aus dem bestehenden, unsicheren politischen Rahmen wolle RWE nun seine geplanten Investitionsprojekte genauer unter die Lupe nehmen und gibt sich ein strikteres Risikomanagement. Die Renditeerwartung an die Vorhaben steigt zudem von aktuell acht auf 8,5 Prozent. 

Fertigstellung der Projekte in den nächsten Jahren

Der Bau der beiden Offshore-Windparks schreitet indes planmäßig voran. Das Projekt Nordseecluster entsteht in zwei Phasen rund 50 Kilometer nördlich der Insel Juist: Die erste Phase, Nordseecluster A mit 660 Megawatt soll 2027 vollständig in Betrieb gehen. Die vollständige Inbetriebnahme der zweiten Phase, Nordseecluster B mit 900 MW, soll 2029 folgen.

Das Projekt Thor ist das bislang größte Offshore-Windprojekt Dänemarks. Der Windpark wird rund 22 Kilometer vor der Westküste Jütlands errichtet. Nach seiner vollständigen Inbetriebnahme im Jahr 2027 wird Thor mit einer Gesamtkapazität von 1080 MW rechnerisch den Strombedarf von mehr als einer Million dänischer Haushalte decken können.

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