Das erste von insgesamt 90 Windrädern ist in der britischen Nordsee bereits in Betrieb gegangen. 2022 soll der RWE-Windpark dann komplett am Netz sein.

Das erste von insgesamt 90 Windrädern ist in der britischen Nordsee bereits in Betrieb gegangen. 2022 soll der RWE-Windpark dann komplett am Netz sein.

Bild: © RWE

RWE schließt das Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich mit einem Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 8,4 Mrd. Euro ab. Der Prognosekorridor lag zwischen 7 und 7,7 Mrd. Euro, teilte der Konzern mit. Das Ebitda des Geschäftsjahres 2022 erreichte 6,3 Mrd. Euro. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2023 will RWE am 14. März 2024 veröffentlichen. Wesentlich für das positive Ergebnis waren höhere Erträge aus der internationalen Stromerzeugung und das Handelsgeschäft, teilte das Unternehmen mit. Ein weiterer wesentlicher Treiber für das Ergebniswachstum war zudem der Kapazitätszuwachs im Erneuerbarenbereich.

In das laufende Geschäftsjahr ist RWE allerdings mit gedämpften Erwartungen gestartet. "Vor dem Hintergrund der in den letzten Wochen deutlich gesunkenen Energiepreise an den europäischen Großhandelsmärkten erwartet RWE derzeit für 2024 ein geringeres Ergebnis", teilte das Unternehmen mit. Es werde sich voraussichtlich am unteren Ende der Bandbreite einfinden, die RWE auf dem Kapitalmarkttag Ende November vorgestellt hatte. Demnach würde der Zielkorridor für das bereinigte Betriebsergebnis 2024 zwischen 5,2 bis 5,8 Mrd. Euro liegen. Der Markt strafte den Essener Konzern mit einem Kursrückgang der Aktie um fast fünf Prozent ab.
 

Strategie geht auf

Die Strategie "Growing Green" zahle sich aus, kommentierte CFO von RWE, Michael Müller, das Jahresergebnis. Bis 2030 will RWE rund 55 Mrd. Euro in sein Wachstum investieren. Das Erneuerbarenportfolio soll dabei auf 65.000 MW ansteigen. Für 2040 strebt der Konzern Klimaneutralität an.

In allen Segmenten seines Kerngeschäfts konnte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr unter dem Strich ein deutliches Wachstum aufweisen. So steigt das bereinigte Ebitda im Segment Offshore Wind auf voraussichtlich 1,66 Mrd. Euro (Ebitda 2022: 1,41 Mrd. Euro). Im Onshore Wind- und Solarsegment legt das Ebidta von 827 Mio. Euro 2022 auf 1,25 Mrd. Euro zu. Auch im Segment Wasser, Biomasse, Gas gab es eine klare Steigerung von 2,37 Mrd. Euro im Vorjahr auf 3,19 Mrd. Euro.

Beim Energiehandel steigt das Ebitda 2023 voraussichtlich auf 1,58 Mrd. Euro wobei "nahezu alle Handelsprodukte und Regionen" eine positive Entwicklung aufweisen. Vor einem Jahr lag das Ebidta hier bei 1,16 Mrd. Euro, allerdings nach einer Wertberichtigung um 748 Mio. Euro aufgrund der Sanktionen auf Kohlelieferungen aus Russland.

Kohle- und Kernenergie rückläufig

Bemerkenswert ist die Entwicklung des Unternehmens abseits des Kerngeschäfts: Im deutschen Kohle- und Kernenergiesegment sinkt das Ebidta voraussichtlich auf 705 Mio. Euro nach 751 Mio. Euro im Vorjahr zurück und bleibt damit noch außerhalb des Prognosekorridors zwischen 800 Mio. und 1,2 Mrd. Euro. Als Grund dafür nennt RWE niedrigere Margen aus Anlagen, deren Stromproduktion nicht abgesichert war. Zudem konnte das AKW Emsland nur bis zu seiner Abschaltung am 15. April 2023 zum Ergebnis beitragen. (am)

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