Mit dem Erwerb von Next Kraftwerke expandiert Shell im Erneuerbaren-Segment weiter.

Mit dem Erwerb von Next Kraftwerke expandiert Shell im Erneuerbaren-Segment weiter.

Bild: © Shell

Shell übernimmt den deutschen Erneuerbaren-Direktvermarkter Next Kraftwerke. Der niederländisch-britische Öl- und Gaskonzern werde 100-prozentiger Anteilseigner, teilten die beiden Unternehmen mit.

Bisher zählten mitunter der niederländische Energieversorger Eneco und die beiden Firmengründer und Geschäftsführer Jochen Schwill und Hendrik Sämisch selbst zum Gesellschafterkreis. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

 

Next Kraftwerke seit 2009 am Markt

Regulierungsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Der formelle Abschluss wird noch für das erste Quartal 2021 erwartet.

Next Kraftwerke machte sich seit seiner Gründung 2009 als Betreiber virtueller Kraftwerke und Händler erneuerbarer Energien einen Namen. Auch am deutschen Regelenergiemarkt etablierte sich das Unternehmen als gewichtiger Akteur. Zusammen mit anderen Marktakteuren klagte es 2019 erfolgreich gegen das damals geltende Mischpreisverfahren.

Shells Shoppingtour

Der Erwerb des Kölner Unternehmens passt zur Shell-Strategie, zu einem führenden Anbieter grünen Stroms zu werden. Der Mineralölokonzern will bis 2030 560 Terawattstunden Strom jährlich produzieren und damit doppelt so viel wie aktuell.

Dabei ist Next Kraftwerke nicht das erste deutsche Unternehmen, das Shell aufkauft. Anfang 2019 übernahm der Konzern den Allgäuer Stromspeicherhersteller Sonnen. (Die ZfK berichtete.) Im Januar kam Ubitricity, ein Berliner Anbieter für Ladeinfrastruktur, dazu. Zudem wurde den Niederländern Interesse am Oldenburger Regionalversorger EWE nachgesagt. Die damals zum Verkauf stehenden EWE-Anteile (26 Prozent) sicherte sich dann aber der Infrastruktur-Investor Ardian.

Wappnen für ausgeförderte EE-Anlagen

Next Kraftwerke begründet den Zusammenschluss mit Shell damit, dass eine rapide Zunahme der Nachfrage nach Stromhandelsverträgen für ausgeförderte oder außerhalb des Förderregimes errichtete Erneuerbare-Energien-Anlagen zu erwarten sei.

"Um hier für unsere heutigen Kunden und unser weiteres Wachstum ideal aufgestellt zu sein und diese Nachfrage der Branche nach neuen Produkten zu bedienen, haben wir uns zu einer Partnerschaft mit Shell [...] entschlossen", lässt sich Geschäftsführer Schwill zitieren.

Next Kraftwerke behält Geschäftsführer

Nach eigenen Angaben bleibt Next Kraftwerke als eigenständiges Unternehmen mit der jetzigen Geschäftsführung und Marke bestehen. Es werde auch nicht in den Shell-Konzern integriert, heißt es. Den mehr als 180 Mitarbeitern sichert die Firma eine Weiterbeschäftigung zu. (ab)

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