Großes Investitionsprogramm beschlossen: Enercity

Großes Investitionsprogramm beschlossen: Enercity

Bild: © Enercity

Der Energiedienstleister Enercity hat im dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres Kunden hinzugewonnen und den Umsatz um 26 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro gesteigert. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 1,3 Mrd. Euro in die Weiterentwicklung investiert werden, davon allein 100 Mio. Euro in die Modernisierung der Wassersparte. Daher steigen die Wasserpreise zum 1. Januar 2020 um 0,23 Euro pro Kubikmeter. Im Preisvergleich der 50 deutschen Großstädte liegt Enercity nach der Preisanpassung nach eigenen Angaben immer noch rund fünf Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Ein großer Teil der 100 Mio. Euro soll in den Bau einer neuen Filterhalle im Wasserwerk Elze-Berkhof fließen. Enercity möchte auch zwei weitere Filterhallen, die vor über 50 Jahren in Betrieb genommen wurden, modernisieren. Darüber hinaus plant der mehrheitlich kommunale Versorger die Erneuerung des Wasserversorgungsnetzes. Mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionen ist für neue Rohrleitungen und Hochbehälter vorgesehen. Weitere Investitionen sind etwa für den Bau und die Erneuerung von Grundwasserbrunnen im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld geplant.

Gas und Strom gut, Wärme und Wasser sinkend

Die Absatzzahlen von Strom und Gas sind im dritten Quartal 2019 deutlich gestiegen: Der Gasabsatz legte um 22 Prozent zu, der Stromabsatz sogar um mehr als 60 Prozent. Die Stromerzeugung stieg dementsprechend um 13,5 Prozent auf 2324 GWh, über 40 Prozent davon basierten auf erneuerbaren Energieträgern. Die Wärmeerzeugung sank witterungsbedingt um knapp drei Prozent auf 1793 GWh, der Absatz purzelte witterungsbedingt sogar um 18 Prozent. Der Absatz von Trinkwasser sank ebenfalls, und zwar um rund drei Prozent von 34 auf 33 Mio. Kubikmeter.

Susanne Zapreva, die Enercity-Chefin, setzt nun verstärkt auf Strom: „Um unser Engagement als Ökostromanbieter noch stärker in der Öffentlichkeit zu verankern, haben wir in dieser Woche eine Informationskampagne mit dem Claim ‚Überraschend grün’ gestartet.“ Laut Umfragen sei noch zu wenig bekannt, dass Enercity bereits heute alle Privatkunden mit 100 Prozent Ökostrom versorge. Dieser stammt zunehmend auch aus eigener Erzeugung. Enercity verfügt bundesweit über mehr als 170 Windkraftanlagen in 21 Windparks.

Erzeugung aus Erneuerbaren auf Rekordhoch

Insgesamt kletterte der Anteil an Erneuerbaren von 545 auf 936 Gigawattstunden (GWh), ein Plus von mehr als 70 Prozent. Zum weiteren Ausbau von grünem Strom und grüner Wärme tragen künftig auch neue Windparks etwa in der Lausitz bei, CO2-neutrale Fernwärmeprojekte in Hamburg sowie Klärschlamm-Verbrennungsanlagen in Bitterfeld und Hannover. Auch der Erwerb des Projektgeschäfts von Siemens Gamesa kommt dieser Sparte zugute.

Enercity möchte sich außerdem vom Versorger zum Dienstleister entwickeln. Neue Geschäftsfelder wie Elektromobilität, dezentrale Kundenlösungen zur Nutzung erneuerbarer Energie und Smart-City-Angebote stehen besonders im Fokus. So sollen 52.000 „Straßenlaternen 4.0“ in Hannover für Licht und Orientierung sorgen, denn sie werden mit sensorbasierten Bewegungsmeldern intelligent verschaltet. Statt 4000 Stunden soll jede Laterne nur 1500 Stunden pro Jahr leuchten. Zudem verbrauchen smarte LED-Leuchten im Durchschnitt bis zu zehn Prozent weniger Strom.

Gewinnmarge soll bis 2024 gehalten werden

In den kommenden fünf Jahren plant Enercity durchschnittlich mehr als 255 Mio. Euro jährlich in definierte Strategiefelder zu investieren. Neben der Wasserversorgung hat Enercity auch die Bereiche Photovoltaik, Netze, Windprojekte, Klärschlammverwertung und Digitalisierung im Blick. Die im mittelfristigen Wirtschaftsplan aufgeführten Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro bis 2024 sollen dabei die Erträge nicht schmälern: „Für das aktuell laufende Geschäftsjahr gehen wir weiter davon aus, das operative Ergebnis für 2019 mit rund 137 Mio. Euro auf Vorjahresniveau zu halten“, teilt Zapreva mit. (sig)

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