Auf der Baustelle im Pumpwerk: Kerstin Oster, Personalvorständin bei den Berliner Wasserbetrieben, hat viel vor.

Auf der Baustelle im Pumpwerk: Kerstin Oster, Personalvorständin bei den Berliner Wasserbetrieben, hat viel vor.

Bild: © BWB

Berlin. Das alte Pumpwerk mit seiner Backsteinfassade mutet historisch an, doch bald wird hier die Wasserversorgung der Zukunft gesichert. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) bauen das Abwasser-Hauptpumpwerk Lichtenberg zu einer hochmodernen Ausbildungsstätte um – im Juni soll die Eröffnung sein.

Das Besondere: Die Planung wurde komplett in-house und gemeinsam mit dem Nachwuchs gestaltet, erklärt Markus Golla, Bauingenieur und Studiengangbeauftragter bei den BWB. Mit den Studierenden arbeitet er unter anderem an einem digitalen Zwilling des Gebäudes.

Für die Umbauten an dem1907 in Betrieb genommenen Pumpwerk konnte ein Akustiker bereits dieses digitale Modell für seine Planung nutzen. Auch die Beleuchtung und die Heizungstechnik sind im digitalen Zwilling kartiert.

Eine historische Aufnahme des Pumpwerks in Berlin-Lichtenberg.

Bild: © BWB

„Beim Bau und der Planung gewinnen wir bereits an Effizient durch unsere Modelle, die Hauptersparnis wird allerdings im Betrieb des Gebäudes liegen“, erklärt Golla. Für den Bauingenieur ist die Digitalisierung die Herausforderung der Branche, daher setzten die Berliner Wasserbetriebe auf eine IT-nahe Ausbildung.

Moderner Bau für moderne Ausbildung

Den Lernenden stehen hier bald 3D-Drucker, Automatisierungstechnik, Robotik und zukünftig auch die Erneuerbaren-Energien-Technologien wie ein Mini-Windrad und Solaranlagen zur Verfügung.

„Dieser Ort verbindet das, was uns ausmacht: Tradition und Innovation, Handwerk und Hightech“, sagt Personalvorständin Kerstin Oster, „und er ist erst der Anfang unseres Zukunftsprojektes, mit dem wir unsere Aus- und Weiterbildung noch attraktiver machen.“ In den nächsten Jahren entsteht an dem Lichtenberger Standort ein kompletter digitaler Aus- und Weiterbildungscampus, gebaut nach nachhaltigen Kriterien.

Kein Frontalunterricht - kollaborativ lernen

In dem historischen Gebäude werden zukünftig die Auszubildenden zu den Schwerpunkten der regenerativen Energien, der Ökologie und des Regenwasser-managements weitergebildet.

Zudem bietet der Neubau durch Co-Working-Spaces, Inspirations- und Denkräume Platz für Kollaboration und Kommunikation.

Bei den Wasserbetrieben liegt der Altersschnitt bei 47 Jahren

Die Berliner Wasserbetriebe bilden derzeit 267 junge Menschen in vielseitigen technisch-gewerblichen oder kaufmännischen Berufen sowie dualen Studiengängen aus.

Die Fachkräfte braucht das kommunale Unternehmen dringend: Der Altersdurchschnitt der Belegschaft liegt bei 47 Jahren, bis 2030 werden tausend der etwa 4.600 Beschäftigten in Rente gehen. Oster erklärt, dass die BWB mit einem attraktiven Tarifvertrag und modernem Arbeitsumfeld ein attraktiver Arbeitgeber seien. Der neue Campus solle dies unterstreichen.

Kostenpunkt für den Umbau sind 11 Mio. Euro, von denen 90 Prozent über Fördermittel finanziert werden. (pfa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper