Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Ermittlungen gegen Hüseyin Evelek, früheren Chef der Stadtwerke Bad Belzig (Brandenburg), wegen einer möglichen Insolvenzverschleppung eingestellt. Nach eingehender Prüfung bestünden "keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für verfolgbare Straftaten", teilte ein Behördensprecher auf ZfK-Anfrage mit.
Demnach beruhe die Einschätzung im Wesentlichen auf einer intensiven Auswertung des beim Amtsgericht Potsdam anhängigen Insolvenzverfahrens unter Einschluss der gerichtlich veranlassten Begutachtung zur Insolvenzlage.
Trennung im November 2021
Es sei davon auszugehen, dass Evelek als Geschäftsführer abberufen worden sei, bevor Umstände eingetreten seien, die eine Pflicht zur Insolvenzantragsstellung begründen hätten können. "Im Übrigen wurde der Insolvenzantrag durch die Verantwortlichen rechtzeitig gestellt", stellte der Sprecher klar.
Die Stadtwerke hatten sich im November 2021 von Evelek vorzeitig getrennt. (Die ZfK berichtete.) Der Geschäftsführer hatte nach Angaben des Aufsichtsrats versäumt, bis dahin genügend Strom und Gas für das Folgejahr einzukaufen.
Ende 2021 Insolvenz
Wegen zusätzlicher Spekulationsgeschäfte entstand den Stadtwerken bis Ende des Jahres ein Schaden in wohl zweistelliger Millionenhöhe. Ende 2021 meldete das Kommunalunternehmen Insolvenz an. (Hier erfahren Sie mehr zu den Hintergründen.)
Noch ist nicht entschieden, wie es mit den Stadtwerken Bad Belzig weitergeht. Jüngst wurde bekannt, dass Entsorgungsriese Remondis 49 Prozent der Anteile übernehmen könnte. 51 Prozent würden in diesem Fall bei der Stadt verbleiben. (Die ZfK berichtete.) (aba)



