Etwa 360 000 Einwohner hat Bochum, eine Großstadt im Zentrum des Ruhrgebiets. Breitbandausbau, das digitale Rathaus, klimafreundliche Mobilität und die Entwicklung einer Smart City App für Bochum dies findet sich unter anderem im Smart-City- Konzept der Stadt wieder.

Etwa 360 000 Einwohner hat Bochum, eine Großstadt im Zentrum des Ruhrgebiets. Breitbandausbau, das digitale Rathaus, klimafreundliche Mobilität und die Entwicklung einer Smart City App für Bochum dies findet sich unter anderem im Smart-City- Konzept der Stadt wieder.

Bild: © Frank Vincentz/Wikipedia

Von Artjom Maksimenko

Die Stadtwerke Bochum bieten ihren Kunden ab sofort eine Prosumer-App an. Die White-Label-Lösung des Energiekonzerns Vattenfall soll Endkunden helfen, Stromerzeugung, Speicherung und Verbrauch im Haus aktiv zu steuern und zu optimieren.

"Die Prosumer-App eröffnet uns neue Geschäftsfelder und Erlebniswelten für unsere Kunden: Als Taktgeber im Eigenheim vernetzt sie technische Anlagen, Tarife und Energieflüsse intelligent miteinander und visualisiert diese künftig über eine benutzerfreundliche Oberfläche", so Robert Perić, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum.

"Neues Level der Kundeninteraktion"

In Bochum steht die App, die Vattenfall als White-Label-Lösung mit dem "Digital Innovation Award" ausgezeichnet hat, den Kunden unter dem Namen "Stadtwerke-Bochum Energie Hub" zur Verfügung. Mit der neuen Anwendung wollen die Stadtwerke nach eigenen Angaben ihre Kundeninteraktion "auf ein neues Level heben". Die Anwendungsmöglichkeiten seien vielfältig. Laut Vattenfall ermöglicht die App nicht nur volle Kontrolle und Transparenz über sämtliche Energieflüsse im Haus. "In Verbindung mit dynamischen Stromtarifen lassen sich auch die Energiekosten erheblich reduzieren, indem sich automatische Lade-, Speicher- und Heizvorgänge intelligent am jeweiligen Börsenstrompreis orientieren", erklärte Markus Reinhardt, der bei Vattenfall die dezentralen Energielösungen leitet.

Den größten Hebel zur Aktivierung haushaltsnaher Flexibilität haben dabei Geräte mit hohen, zeitlich verschiebbaren Verbräuchen – allen voran das E-Auto, aber auch die Wärmepumpe. Diese ermöglichen mit der Prosumer-App ein preisoptimiertes Laden und Heizen. Dabei werden auch aktuelle Wetterdaten berücksichtigt, ebenso wie individuelle Parameter wie Mindestlaufzeiten sowie Einschalt- und Abschaltverzögerungen. "So soll beispielsweise sichergestellt werden, dass die Warmwasserproduktion oder das Laden des Elektroautos Zeitfenster mit günstigen Strompreisen nutzt", sagte Reinhardt weiter.

Schwieriges Marktumfeld für dynamische Tarife

Die dynamischen Tarife, deren Angebot seit Jahresbeginn für alle Versorger verpflichtend ist, haben sich am Markt bislang noch nicht etabliert. In der Kooperation mit Vattenfall sehen die Bochumer jedoch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: "Die Teilnahme am skalierbaren Ökosystem von Vattenfall ermöglicht es uns, schneller und flexibler in zukunftsweisende Geschäftsmodelle einzusteigen", betonte Perić.

Die Stadtwerke Bochum agieren dabei perspektivisch nicht nur als Stromlieferant, sondern als "ein Ermöglicher, der dafür sorgt, dass unsere Kunden ihren Energieverbrauch günstig, autark und nachhaltig gestalten können".

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