Die Stadtwerke Neumünster (SWN) haben das Geschäftsjahr mit einem positiven Jahresergebnis von 4,1 Mio. Euro abgeschlossen – und lagen damit über dem Plan.

Die Stadtwerke Neumünster (SWN) haben das Geschäftsjahr mit einem positiven Jahresergebnis von 4,1 Mio. Euro abgeschlossen – und lagen damit über dem Plan.

Bild: © Stadtwerke Neumünster

Die Stadtwerke Neumünster (SWN) haben das Geschäftsjahr mit einem positiven Jahresergebnis von 4,1 Mio. Euro abgeschlossen. Damit lagen die SWN 0,3 Mio. Euro über dem Plan. 2019 betrug der Gewinn nach zwei negativen Jahren noch 1,6 Mio. Euro, wie der Kommunalversorger aus Schleswig-Holstein mitteilt.

"Wir haben sehr viel geleistet in diesem, auch abseits der Pandemie, für uns sehr ereignisreichen Jahr“, sagt Michael Böddeker, Geschäftsführer, SWN. So wurde zum Beispiel ein Online-Shop für die Bad-Kunden entwickelt. Eine neue Website ging online und ebenso das Corona-Helferportal für alle Bürger in Neumünster.

Übernahme des Internetdienstes

Außerdem ging im Geschäftsfeld E-Mobilität zuletzt die Mobilitätsplattform "Nonoxx" online. Kunden erhalten dort Dienstleistungen vom Autoleasing über die Ladestation für zuhause bis zum Autostrom in einem Paket angeboten.

Die ZfK berichtete: Mit "Nonoox" Elektroautos leasen

Bei der Telekommunikation bezeichnet Michael Böddeker, Geschäftsführer SWN, als größten Erfolg die Übernahme des Internetdienstes im Bereich Telekommunikation. Am Jahresende waren rund 56.000 Telekommunikationskunden bei SWN unter Vertrag und damit 11.000 mehr als im Vorjahr.

Verluste im Verkehrsbereich

Zudem habe der kommunale Versorger den Energievertrieb noch einmal gänzlich umgebaut und die Produktwelt grundlegend erneuert. In diesem Zug stellten die Stadtwerke Neumünster auf 100 Prozent Ökostrom um. Die SWN Stadtwerke schlossen mit einem Plus von 10,3 Mio. Euro ab, nach 2,5 im Vorjahr und den Minusjahren 2018 und 2017.

Für negative Zahlen sorgte dagegen die Verkehrs-Tochter. Denn durch die Beschränkungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens brachen im ÖPNV rund 1 Mio. Fahrgäste weg. Zwar erhielten die SWN einen finanziellen Ausgleich von insgesamt 719.000 Euro über den Rettungsschirm des Bundes. Dennoch schloss die SWN Verkehr mit einem Verlust von 3,5 Mio. Euro ab. Das ist nach Unternehmensangaben eine Mio. Euro mehr als 2019.

Kurzarbeit im Bad

Auch im Bäderbetrieb machte sich die Pandemie bemerkbar. So bewirkten die Lockdowns unterm Strich 54 Prozent weniger Badegäste als im Vorjahr. Das Team war 2020 rund fünf Monate in Kurzarbeit. Durch Kurzarbeit sanken die Personalkosten um rund 238.000 Euro.

Gleichzeitig gingen die Abwasserkosten um 58.000 Euro zurück, die Energiekosten um 332.000 Euro. Der Verlust des Bades konnte so auf 4 Mio. Euro begrenzt werden. 2019 lag er bei 3,6 Mio. Euro.

Plus bei der Abfallbehandlung

Für eine positive Überraschung sorgte dafür ein anderes Geschäftsfeld. "Von den Bürgern äußerst positiv bewertet wurde, dass der Recyclinghof im Pandemiejahr durchgehend geöffnet hatte", erklärt Böddeker weiter. Das Ergebnis aus der MBA – Mechanische bioloische Abfallbehandlung – sei mit 245.000 Euro rund 500.000 Euro besser als in der Planung.

2019 erzielte die Entsorgung ein Plus von 2 Mio. Euro durch eine übergroße Annahme von Ersatzbaustoffen zur Gestaltung des finalen Deponiekörpers in Wittorferfeld. Die Zuführung zur Rückstellung für die Deponie erhöhte sich gegenüber der Planung um rund 720.000 Euro. Ursache hierfür sind die Preissteigerungen im Bausektor.

Große Revision im Kraftwerk

Zurückhaltend äußerten sich die SWN zum laufenden Jahr. Durch die geplante große Revision im Kraftwerk soll das Ergebnis 2021 – trotz weiterer Erfolge und Fortschritte in Organisation und Kundenorientierung – lediglich bei rund 1,6 Mio. Euro liegen, heißt es. Geplant sei auch die Neustrukturierung der Wärmesparte; genauer, die Erzeugungsanlagen für Fernwärme in die MBA einzugliedern. Kunden und Netze blieben von dieser Veränderung unberührt.

Wie sich eine mögliche Rückzahlung der Stadt auswirken könnte, ist noch unklar. Ein Gutachten hat kürzlich ergeben, dass die von der Stadt Neumünster erhobenen Entgelte für die Fernwärme-Konzession zu hoch waren. (jk)

Lesen Sie dazu:Neumünster: Stadt muss Entgelt für Fernwärme-Konzession ändern

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